In zig Narrenvereinen gibt es die unterschiedlichsten Kostüme und Masken.
Je schrecklicher, Angst einflössender diese aussehen, um so besser.
Hexen, Geister und Nachtwandler geben sich die Ehre.
Der Horror wird hoffähig.
Dadurch wird der tägliche Horror des Mobbens, Stalkens, der Gewalt und Aggressivität übertüncht, verdrängt.
Endlich kann man ein paar Tage das tun, was man immer gerne tun würde und sich nicht getraut.
An Fasching wird man nicht für ” verrückt” erklärt, weil alles verrückt ist und der normal aussehende, unverkleidet Mensch die Ausnahme ist, nämlich der dann nicht Normale.
Der ganz normale Wahnsinn lässt alles im Schatten stehen.
Das sind Kriege und Gewalt, Hass, Neid, Eifersucht.
Diese sind nicht anders als bei den vielen Horrorfilmen, nur “life”, nicht mehr nur auf der Leinwand, im Kino oder IPAD, auf der Spielekonsole als Ballerspiele.
Life ist “Life”, so klingt es auch aus dem Song von Opus.
“….when we all give the power, we all give the best…..
Aber wir geben es nicht, höchstens für uns selbst.
Auch wie im Lied von Wolfgang Petry:
” Das ist der Wahnsinn, warum schickst Du mich in die Hölle……Eiskalt lässt Du meine Seele erfrieren,,,”
Die Welt wird kälter, zumindest in den Beziehungen, dem Miteinander.
Hinter den Masken kann man sich verstecken, seine Identität verbergen.
Keine biometrischen Gesichtsdaten, Hexen haben keine Bio ID, Gespenster haben ein anderes “Ich”.
Karneval, einmal alles raus lassen, was an Gefühlen eingesperrt war.
Aber auch Hexen und Masken sind nicht ID-los.
Die Vereine geben jeder Maske eine Nummer, frei sind nur die selbst gestalteten , unabhängigen.
Vielleicht sollten wir öfters mal darüber nachdenken, dass wir alle im gleichen Raumschiff “Erde” sitzen, und den ganzen Horror in die Karnevalsmasken verbannen, und lernen über uns selbst zu lachen.
solche, in die wir uns verwickeln, andere die wir sehen und nicht verstehen, aber, wir leben damit und lösen viele nicht auf, können das auch nicht, beziehungsweise es fehlt das Wollen.
Wir unterstellen , dass Tiere keine Gefühle haben, keine Seele, nur, weil wir nicht richtig nachdenken, nennen sie aber ” animals”, übersetzt aus dem Lateinischen “anima” , Seele.
Wir reden bei der Aufzucht von Hühnern von “Tierwohl”, denken im gleichen Atemzug an Grillen, Suppen und Schmoren genau dieser Tiere, und begründen das auch noch: weil wir alle umdenken.
Wir reden von Glückschweinchen und denken gleichzeitig an Schweineschnitzel und Pommes Frites, reden vpn glücklichen Kühen und essen Rindergulasch.
Nicht nur ein Widerspruch.
Widerspruch, eine Kontradiktion, ein Antagonismus.
Widersprechen bedeutet auch etwas entgegen zu halten, wie Argumente, Begründungen.
Ein Rechtsbegriff. Eine Aktion gegen Verwaltungsakte, Klagen.
Widersprüche bedeuten die logische Unvereinbarkeit gegensätzlicher Informationen, Meinungen.
Das Wort ” wider” bedeutet “gegen”.
Moderne Gesellschaften sind voller Widersprüche.
Die zwischen Theorie und Praxis, zwischen Handeln und Denken.
Gut gemeint und voll daneben.
Kein Grund ein Paradoxon oder Antinomien nicht als etwas zum Leben gehörig zu betrachten, aber einer diese zu vermeiden.
Manchmal ist es unmöglich in einer Situation die richtige Entscheidung zu treffen, eine Ausweglosigkeit, ein Widerspruch zum Suchen nach Lösungen.
In der Philosophie gibt es viele Aporien. Manches ist in sich widersprüchlich.
Oft kommt man zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Man kann nicht den Teufel mit Belzebub austreiben wollen, oder Menschenleben retten, in dem man andere opfert.
Aber einer unserer größten heutigen Widersprüche ist das wir ein Klima schützen wollen, was nicht geht, wir können keinen Regen oder Gewitter schützen, Wetterformen, nur uns und die Natur vor den Folgen eines Klimawandels.
Wir demonstrieren für Maßnahmen gegen Klimawandel, verzichten aber nicht auf Mobiltelefone , sehen die durch den Abbau von Lithium, seltenen Erden und Coltan verursachten Schäden nicht, senken den Stromverbrauch nicht, pflanzen selbst keine Bäume, wollen von allem das Beste und sind nicht bereit zu verzichten. Das sollen andere tun, nur nicht man selbst.
Die Liste der Widersprüche ist groß. Um sie zu lösen muss ein Wille dazu da sein, und, man muss diese auch erkennen können.
Die meisten sind nicht so einfach aufzulösen. Aber vielleicht ist diese Ambivalenz uns eben eigen.
In einigen Jahrhunderten werden unsere Bilder vielleicht nur noch in Teilen erhalten sein.
Etwas bröckelt ab, Farben verbleichen, manches vergilbt, zersetzt sich.
Wir können heute jedoch Fresken aus dem Altertum bewundern, die wie gerade erst gemacht aussehen.
Wasser und Pigmente werden frisch auf den aufgetragenen Putz gebracht und gemalt.
Alles wirkt frisch, wenn nicht physische Einflüsse Teile beschädigen.
Wir vergessen oft, dass zwar nichts für die Ewigkeit gemacht ist, für den Augenblick.
so, wie die Fresken frisch aufgetragen werden, den Moment verschönern, aber trotzdem Jahrtausende überstehen können.
Man könnte das auch völlig anders formulieren.
Wir leben im “Jetzt” und wollen dass die Bedingungen dazu auch nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.
Dazu bedarf es aber andere Verhaltensweisen.
Keine Selbstzerfleischungen,
sondern alles auf das Jetzt und Erhalt konzentrieren.
Statt nur kurzfristigen Konsum und Libido,
sich viele Augenblicke gönnen.
Dies geht aber nur durch lernen, dass Genuss nicht in “Masse” liegt, sondern in “Maßen”, portioniert, nicht in den Idealen einer Wegwerfgesellschaft und in Konsumzwängen.
Lieber Schönes reparieren, so, wie Fresken, wieder instand setzen,
und sich dann an dem Erfolg erfreuen.
Ein elektronisches Gerät wieder ganz gemacht zu haben,
Essen, dass man nicht zu verzehren schafft wegwirft,
sondern am anderen Tag den Rest verfeinert,
und einen doppelten Genuss hat tut einem selbst und der Umwelt gut.
Vielleichtbedarf es wieder einmal eines Schocks, daß die Menschen aufwachen,
so,
wie Carl Friedrich von Weizsäcker es in ” Wege in der Gefahr” im 3.Kapitel beschreibt:
Er möchte gerne die Menschen anbrüllen, dass sie aufwachen, tut es nicht, weil sie ihn sonst für verrückt erklären würden.
Man sieht, dass eine Pandemie oder eine Naturkatastrophe nicht ausreicht,
denn alles was war, wird sehr schnell wieder vergessen.
Alle wollen alles haben. Nicht erst morgen oder übermorgen, nein heute , eher gestern schon.
Und nicht wenig davon; volle Pulle im haben-wollen.
Über das normale Maß hinaus gehend. Beinahe grenzenlos.
Die Wohlstandskinder haben neue Fremdwörter.
Bescheidenheit, maßvoll, statt in Maßen in Massen.
Es lebe der Konsum. Woher das kommt, spielt keine Rolle.
Finanzieren kein Problem, dafür kann man Schulden machen.
Jetzt leben und das in vollen Zügen, man weiß ja nie, wann es zu spät ist,
also warum warten.
Alle wollen alles auch gleich beantwortet haben. Keinen Zeitverzug. Alles sofort. Aber keiner kann mehr Briefe schreiben oder Postkarten schicken, SMS kann man schnell deleten, da muss nichts entsorgt werden.
Egal wo in der Welt, jeder will gleich ein Haus mit Garten und ein Leben gleich im Wohlstand, nicht wissend, woher dieser kommt und wer dafür hart gearbeitet hat.
Alles sehen, fühlen, ausprobieren, haben. Alle Ferieninseln schon ausprobieren, nichts auslassen.
Sich alles nehmen was man will, tun was
man will. So wie kleine Kinder die rufen ” will haben”
Was interessieren einem die anderen und der Mist von gestern und das Trümmerfeld von morgen.
Ein alternative Art alles aufzubrauchen, nach einem kann ja ruhig die Sintflut kommen, ist das nicht.
Hauptsache man hat gelebt und alles ausgenutzt was genutzt werden konnte.
Nur irgendwann geht das nicht mehr und dann bricht das Wohlstandsgebäude zusammen.
Die große Frage: Was dann?
Rechtzeitig die Notbremse ziehen.
maßlos
Original Zeichnung. Signiert
Erlös für Menschen in Not