
Es wird wärmer, die Sonne zeigt sich,
und auf einmal kommt Bewegung in die Winterstarre.
Die Vögel beginnen zu singen, die Balz fängt an, die ersten beginnen Nester zu bauen.
Igel kommen aus dem Winterversteck, und zig Insekten nutzen die Chancen endlich expandieren zu können.
An allen Ecken und Enden treiben die Pflanzen ihre Blätter und Triebe.
Alles scheint aufgewacht zu sein.
Astronomisch, meteorologisch, religiös, phänologisch und auch politisch.
Eigentlich alles ein Grund sich zu freuen. Endlich sich leichter anziehen zu können, raus an die Luft, in die Natur, weniger heizen müssen, die Wärme genießen.
Und dann kommt der Schock. Offenbar denken das die Viren auch
Binnen kürzester Zeit kommt eine Welle von Krankheitsausbrüchen , erst in einem land , dann in 2, 3 und auf einmal ist es eine Pandemie.
Die Schatten des Frühlings sind aufgewacht.
Die modernen Gesellschaften der digitalen globalen Welt sind nicht vorbereitet.
Statt sich international auszutauschen, zu helfen, Kräfte, wie Ärzte, Medikamente, Hilfen zu bündeln, die wirtschaftliche globale Vernetzung mit neuem Leben, dem der Hilfe , zu erwecken,
fällt man in Kleinstaaterei des Nationalismus zurück, vergisst die Ideale eines gemeinsamen Europa, macht einfach die Grenzen dicht.
Menschen sind Lebewesen des gleichen Planeten, der Erde.
Egal, wo man wohnt und lebt, jeder Mensch hat in seinem Leben das gleiche Recht, die gleichen Pflichten, die selbe Luft, er benötigt Wasser und Nahrung, Liebe und Zuneigung.
Aber offensichtlich sind nur die Vögel frei.
Die Menschen ändern sich selten, nicht vom Saulus zum Paulus, und,
so werden die Guten positiver und die Schlechten noch schlimmer.
Statt gemeinsam die Probleme zu lösen, wird man egozentrisch, aggressiv.
Die einen hamstern Wein, die anderen irrational Toilettenpapier, noch andere Hygieneartikel, jeder etwas anderes und bringt dadurch alles durcheinander.
Staaten geraten ins wanken, die einen opfern ihre Wirtschaft für ihre Menschen, die anderen diese für die Wirtschaft.
Unvorbereitet, weil man immer das im Jetzt leben und Gewinnmaximierung in den Vordergrund stellte statt auch Zukunftsvorsorge zu leisten, und die Menschlichkeit zum Wichtigsten zu machen.
Auf einmal gibt es deswegen tausende Kranke und wenig Krankenhausplätze dafür.
Triage ist angesagt.
Die Verkäuferinnen in den Märkten werde angebrüllt, Notärzte mit Forderungen überhäuft, weil eine Generation mit ansozialisiertem Anspruchsdenken meint Recht auf alles zu haben, vergessend dass die Rechte nur durch die Pflichten existieren können,
und, wenn etwas nicht nach ihrem Willen und Anspruch funktioniert, wird gleich ein Schuldiger gesucht, übersehend, diese bei sich selbst zu suchen.
Aus dem politischen Frühling wurde schnell ein Herbst, nur mit vielen Ernten, aber nur für den Tod.
Die Schatten des Frühlings verhindern, dass die Sonne alles erhellt,
und es bleibt zu hoffen,
dass die Menschen endlich verstehen, dass wir alle nur auf einem Planeten und nicht in einer anderen Welt zu Hause sind.
Vielleicht sind die Schatten des Frühlings der heilsame Schock, als Überrest der mentalen, kognitiven wie affektiven Winterstarre.
Denn auf einmal wird die Luft wieder klarer, in manchen Gebieten der Erde sehen Kinder wieder blauen Himmel, man kann wieder Abgas-und kerosinfrei atmen, wie in Venedig wird das Wasser in den Lagunen wieder blau, Menschen beginnen nach zu denken, das Drehrad hat aufgehört sich zu drehen, die Mühle des Lebens steht für viele still, leider nicht für diejenigen, die für andere da sind.
Vielleicht muss man Schatten sehen um zu wissen, wie es sich ohne Schatten leben lassen könnte.
Lieber die Wärme der Hoffnung keimen lassen und sich über die Strahlen der Sonne freuen.
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