
Wer steuert eigentlich wen?
Die Menschen die Systeme? Oder die Systeme die Wahrnehmung der Menschen?
Es ist die Suche nach den verborgenen Verknüpfungen zwischen Mensch, Erinnerung, Technik und Gemeinschaft.
Manchmal sind diese Verbindungen teilweise unterbrochen, teilweise sichtbar, so als wären einige Fäden der Zeit gerissen und andere noch intakt.
Aus der Zeit gefallen, steht die Stunde still.
Menschen ziehen vorüber,
Daten flimmern durch die Erinnerung, und zwischen den Schichten von gestern und morgen blickt ein Gesicht hervor.
Es fragt nicht nach der Uhr. Es fragt, was geblieben ist.
Es gibt zeitloses, immerwährend, auch Refreshtes, Vitages.
Mode lebt nicht nur von Kreativität.
Aus der Zeit gefallen bedeutet ja auch altmodisch zu sein, nicht in die Gegenwart zu passen, oder der Vergangenheit nachzuhinken.
Vielleicht ist es wichtig gegen den Zeitgeist zu sein, nicht mainstreamig zu sein.
Frieden zum Beispiel.
Wenn eine Zeit Aufrüstung, Polarisierung oder ständige Beschleunigung für modern hält, wirkt der Wunsch nach Verständigung beinahe altmodisch.
Dabei ist Frieden keineswegs von gestern.
Im Gegenteil.
Er ist eine Aufgabe, die jede Generation neu lösen muss.
Vielleicht sind manche Werte so grundlegend, dass sie außerhalb der Modezyklen stehen.
Nur könnte man mit einer Zeitmaschine zurück in die Verganegnheit wäre das vielleicht nicht besonders.
Man träfe nicht nur auf Schönes, sondern auch auf Armut, Krankheiten, Ungerechtigkeiten und Begrenzungen, die wir heute kaum noch wahrnehmen.
Nostalgie betrachtet oft die Erinnerung, nicht die Wirklichkeit, vieles wird verklärt wiedergegeben..
Es gäbe Enttäuschungen.
Jede Zeit hat ihre Vorteile und man kann nur in Filmen, wie zurück in die Zukunft oder Continuum sich zwischen den verschiedenen Zeiten bewegen.
Aus der Zeit gefallen.
Zwischen den Schatten vergangener Wege und den Signalen einer digitalen Gegenwart suchen die Menschen keinen Ausgang.
Sie sammeln Zeiten.
Erinnerungen, die geblieben sind. Möglichkeiten, die noch kommen werden. Und den einen Augenblick, in dem beides zusammenfällt.
Vielleicht ist Zeit nicht das, was vergeht.
Vielleicht ist Zeit das, was sich miteinander verbindet.
Aus der Zeit gefallen, sagen die einen.
Aus der Mode gekommen, sagen die anderen.
Doch der alte Baum am Wegesrand lächelt darüber.
Er hat Generationen kommen und gehen sehen. Moden wechseln. Schlagworte verblassen. Gewissheiten verschwinden.
Nur wenige Dinge bleiben.
Ein freundliches Wort. Eine helfende Hand. Der Wunsch nach Frieden.
Sie sind nicht altmodisch. Sie sind zeitlos.
Vielleicht sind Künstler, Dichter und Träumer immer ein wenig “aus der Zeit gefallen”.
Nicht weil sie zurückbleiben, sondern weil sie manchmal schon außerhalb der engen Grenzen ihrer Gegenwart schauen