
Man sollte jeden Abschnitt eiones Tages bewusst leben.
Der Nachmittag ist die Brücke zwischen Aufbruch und Rückkehr.
Das Licht wird weicher, die Schatten länger.
Was am Morgen noch Aufgabe war,
kann nun Betrachtung werden.
Und manches, was wir suchen,
finden wir erst, wenn wir aufhören zu drängen.
Und dann müssen wir uns damit arrangieren.
“Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.”
Das erzählt von der Überfülle an Information und gleichzeitig von der Schwierigkeit, darin Orientierung zu finden.
Im Zentrum des Seins scheint eine mentale Wand oder Tafelzu sein,
überzogen mit Zeichen, Skizzen, Fragmenten, technischen Andeutungen und Notizen.
Eine, die wie ein Speicher des Wissens, ein Archiv, ein Schaltplan der Welt wirkt.
Alles scheint vorhanden zu sein, aber nichts ergibt unmittelbar ein Ganzes.
Was von den vielen Informationen ist wesentlich?
Wissen allein genügt nicht.
Zwischen Natur, Erfahrung und Verstand muss eine Verbindung entstehen.
Bewusstsein, Distanz, Beobachtung, Daten, Technik, Analyse und Konstruktion,
auch Leben, Wachstum und Wirklichkeit,
Geistesblitze oder Erkenntnisfunken, die hier und da aufleuchten.
Der Mensch steht vor den Schaltplänen, Datenbanken, Algorithmen und Informationsströmen unserer Zeit.
Alles scheint verfügbar.
Doch die entscheidende Frage bleibt offen.
Trotz aller Vernetzung entsteht nicht automatisch Sinn.
Vor der Wand aus Wissen steht die Gestalt des Suchenden.
Die Zeichen sprechen, die Linien verbinden, die Apparate rechnen.
Doch zwischen Information und Erkenntnis liegt ein unsichtbarer Raum.
Dort steht der Mensch.
Nicht unwissend. Nicht wissend,
nur fragend.
Das Tor-Sein ist hier nicht Schwäche, sondern der Anfang jeder wirklichen Erkenntnis.
Wir stehen oft ratlos vor der Komplexität der Welt.
Aber gerade die Suche nach Sinn macht uns menschlich.
Nicht das Ankommen, sondern das Fragen ist der Weg zum bewussten Sein..