Mitschwimmen

Ebbe und Flut, immer im Wandel der Gezeiten. Einmal hin, einmal her.

Milliarden Sandkörner werden hin und her bewegt, getrieben, gerieben.

Irgendwann wird einmal feiner Sand aus ihnen.

Über den Sand laufen hinterlässt Spuren ; laufen viele, sind es die Spuren der Mitläufer.

das mit anderen zusammen  etwas tun , was gerade ” in” ist, in Mode, trendy.

Das Bad in der Menge?

Wie heisst es: “Wir wollen nicht mehr mit schwimmen,

auch nicht gegen den Strom, nein, wir wollen  in einen anderen Fluss”

Zu schnell ist man von der Meinung anderer mitgerissen, schwimmt im Strom der Meinungen.

Und manchmal ist einem das Wasser zu kalt, zu warm, reißend oder zu träge, und,

man hält es nicht mehr aus.

Spätestens da vielleicht nur aus dem  Wasser klettern, eine Pause machen.

Das Wasser , das, was dann kommt,  ist jedenfalls nicht mehr das Gleiche. Das alte fliesst, neues Wasser kommt.

Nur die Fische haben die totale Freiheit dahin zu schwimmen wo sie wollen, egal ob tief, weit, mit oder ohne Strömung. Lachse und Aale schwimmen um zu laichen gegen den Strom.

Manche leben nach dem Motto  ” Mitschwimmen oder unter gehen”, was keine Alternative ist,

denn wer schwimmen kann, geht auch nicht ohne Grund unter.

Ein Problem unserer Gesellschaft ist, sich nur auf den Moment und nicht die Zukunft zu besinnen.

Viele schwimmen, wie ein Fisch, der die Orientierung verloren hat, der dahin schwimmt, wo die anderen hinschwimmen.

Ist alles Geschehen kommt die Frage: ” wie konnte man all das mitmachen, zusehen, ohne etwas zu tun”

Jede Generation stellt sich solche Fragen.

Wie konnte man im 1. Weltkrieg mit Freude und Fahnen in einen Krieg ziehen, der unbeschreiblich grausam und unsinnig war?

Wie konnten Menschen im Dritten Reich die menschenverachtenden Massnahmen  eines Regimes mitmachen, einen Krieg mittragen?

Wie konnten Menschen einen Stalin ertragen, ein Regime mit einer Stasi, Kriege anzetteln.

Die Liste ist leider groß, die Akteure international.

Das Traurige ist nur, dass die Menschen nicht aus der Geschichte lernen und schon wieder beginnt scheinbare Toleranz in intoleranter Manier sich hoch zu stilisieren und den, der nicht dieser Meinung ist, zu denunzieren, etikettieren, isolieren.

So, wie im Dritten Reich Bücher verbannt und verbrannt wurden, werden Bücher der Geschichte wieder verbrannt, Monumente vom Sockel gestürzt, das Nicht Normale zum Normalen stilisiert, statt einfach zu konstatieren, dass es im Leben eben viele Facetten gibt.

So bleibt einem nur intolerant gegenüber Intoleranz zu sein und wie in der alten chinesischen Kampftaktik einen Schritt zurück zu machen , und den Strom weiter vorbei fließen zu  lassen, bis er versiegt.

Vielleicht werden die Menschen eines Tages schlauer und lernen, dass in dieser Welt die verschiedensten Meinungen ihren Platz haben, und wie die Fische im Wasser , man in jede Richtung schwimmen kann, nicht nur im Strom.

 

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