Haben die Friedenstauben Urlaub

Nicht jede Tür im Leben öffnet sich mit einem Schlüssel.

Manche öffnen sich mit Aufmerksamkeit. Manche mit Geduld. Und einige öffnen sich erst, wenn man stehen bleibt und erkennt, dass sie die ganze Zeit schon offen waren.

Menschen, Wege, Verbindungen, Flugzeuge technische Strukturen, Städte, Bahnen und Kreuzungen des Lebens.

Alles ist in Bewegung.

Verkehrsströme, Datenbahnen oder Lebenswege.

Doch die klassische Friedenstaube, jener weiße Bote zwischen den Welten, ist nicht zu entdecken.

Vielleicht sind die Friedenstauben aber gar nicht verreist.

Vielleicht haben sie ihre Gestalt verändert.

Wo Begegnung entsteht, braucht die Taube nicht mehr sichtbar zu fliegen.

Sie sitzt gewissermaßen unsichtbar zwischen den Menschen.

Vielleicht haben die symbolischen Friedenstauben doch Urlaub, weil die Welt ihre Arbeit wieder selbst machen sollte.

Zu lange wurden die Vögel als Boten ausgeschickt.

Nun warten sie auf einem stillen Ast. Sie beobachten, ob die Menschen gelernt haben, Brücken statt Mauern zu bauen, zuzuhören statt zu rufen, und Wege zu verbinden, statt sie zu zerschneiden.

Das Symbol allein schafft noch keinen Frieden.

Historisch wurde die Taube durch Pablo Picasso zu einem weltweiten Friedenssymbol.

Doch eine Taube bleibt zunächst ein Vogel. Die eigentliche Friedensfähigkeit liegt nicht in einem Symbol, sondern im Handeln der Menschen. Das Symbol erinnert, aber es ersetzt keine Verantwortung.

Die Taube ist nicht der Frieden. Sie ist nur seine Erinnerung. Frieden entsteht erst dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen.

Macht, Gier und Geld verweisen auf eine alte menschliche Spannung.

Werkzeuge, Ressourcen, Wissen, Technik oder Geld besitzen zunächst keine Moral. Erst die Art ihrer Verwendung gibt ihnen eine Richtung.

Alles hat mindestens zwei Seiten. Das Messer schneidet Brot und kann verletzen. Geld kann helfen und korrumpieren. Macht kann schützen und unterdrücken. Technik kann verbinden und isolieren. Geschichte kann lehren und doch vergessen werden.

Vielleicht lernen Menschen nicht deshalb so selten aus der Geschichte, weil ihnen die Beispiele fehlen., oder sie diese nicht finden.

Die Geschichte ist voller Beispiele.

Schwieriger ist es, die eigenen Interessen, Ängste und Wünsche in der Gegenwart zu erkennen.

Jeder hält sich selbst gern für vernünftig und die anderen für die Verursacher der Probleme.

Nicht die Taube steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch am Knotenpunkt.

Die Friedenstauben haben keinen Urlaub. Sie sind nur aus den Bildern verschwunden.

Jetzt sitzen sie unsichtbar auf den Schultern der Menschen und warten.

Nicht darauf, dass jemand sie malt.

Sondern darauf, dass jemand ihren Auftrag übernimmt.

Die modernen Friedenstauben haben Stahlflügel.

Sie können beides .

Zum Frieden beitragen indem sie abschrecken,

oder,

symbolisch den anderen vertreiben, in dem sie ihre andere Seite zeigen,Stärke und nicht nur Schwäche.

Alles liegt immer am Menschen und der Gesellschaft.

Lässt man Agressionen und Gewalt zu hat man die eione Seite, erzieht man zum Frieden, zum Lösen von Konflikten durch Reden, Gesten und Aufeinander zu Gehen, die andere, eben alle Formen der Diplomatie.

Frieden kommt nicht von alleine.

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