Die Wesen dazwischen

Es ist manchmal so als würde man nicht stehen, sondern schweben — gehalten von den umgebenden Linien, die eher an Atemzüge erinnern als an Konturen, getragen von den Farben der Natur.

Körper gestreift wie ein Rhythmus, der sich selbst zuhört.

Ein Takt, der nicht geschlagen, sondern geatmet wird.

Farbfelder wie Räume, die sich öffnen und wieder schließen. Besonders im Frühling, wenn alles blüht.

Grün wie ein Gedanke an Natur. Türkis wie ein Echo von Wasser. Orange wie eine Spur von Wärme, die sagt: Hier bin ich noch.

Identität bewegt sich nicht als feste Form, sondern als Schichtung von Momenten, als ein Werden, das nie ganz abgeschlossen ist.

Manchmal ein Funke, ein Gedanke, ein Aufleuchten,

wie der Moment, in dem etwas Inneres kurz sichtbar wird, bevor es wieder in Farbe und Bewegung zurückgleitet.

Wir sind Wesen dazwischen, getragen von Strömungen, immer im Gespräch mit der Welt, die einem umgibt.

Irgendwo sind wir immer dazwischen.

Zwischen den Stühlen, den Welten, den Interessen, den Meinungen.

Im Zwiespalt

Zwischen dem, was wir waren, und dem, was wir werden.

Und wenn man einen Augenblick inne hält, erkennt man den Ort, an dem Identität nicht feststeht,

sondern schimmert, fließt, sich neu zusammensetzt — ein stiller Moment der Selbstbegegnung im Übergang.

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