Stressig

Es gibt Menschen, die meinen es gäbe dauernd Stress, andere negieren diesen, wiederum andere verursachen das, was man so nennen mag.

Im Lateinischen ” stringere”, anspannen , bezeichnet man die äusseren Reize, die physische und psychische Belastungen hervorrufen.

Die Endung ” ig” bedeutet immer die Adjektivierung eines Substantivs.

Eines der Probleme unserer Zeit ist Ruhelosigkeit , und, das alles schnell gehen muss, leider macht da auch die Zeit keinen Halt.

Es gab Zeiten, da hat man sich Zeit gelassen, Briefe geschrieben, miteinander gesprochen, nicht den ganzen Tag auf ein kleines Gerät schauend, wartend, dass da Reaktionen zu sehen sind, ob man Likes bekommt oder nicht.

Einerseits haben die Menschen alles so im Überfluss, dass man diesen gar nicht mehr merkt und beginnt, die eigene Position zu zerstören. Dies erinnert an den, der auf dem Ast sitzt und sich diesen selbst absägt. Die andere Seite ist der Drang nach immer mehr Freiheit, die man sich durch Forderungen wiederum einschränkt.

Die Ambivalenz unserer Zeit.

Manchmal gibt es weise Menschen, wie den Sheikh Rashid, der über die Zukunft seines Landes, Dubai, folgendes äusserte:

“Mein Grossvater war auf einem Kamel, mein Vater war auf dem Kamel,

ich bin mit dem Mercedes unterwegs, mein Sohn mit einem Land Rover,

mein Enkel wird diesen verlassen, aber mein Urenkel wird wieder Kauf einem Kamel reiten.”

Unsere Großeltern benötigten keine Plastiktüten, die holten sich das, was sie benötigten direkt in Papier und Tüten verpackt ab.

Man hat nichts weggeworfen, alles wieder verwendet, Essen im Überfluss gab es nicht, sondern da hat man aus den alten Resten noch für den nächsten Tag etwas anderes gemacht.

Zum Einkaufen ging man zu Fuß, Zur Kühlung stellte man Lebensmittel in den kühlen Keller, man hatte vielleicht einen Fernseher oder Radio, aber das waren die einzigen Stromfresser.

Nicht alle Jahre ein neues Mobiltelefon, ein neues Elektrogerät, alles digitalisiert, Strom und Energie in ungeahntem Masse verbrauchend.

Man benötigt Lebensmittel aus der ganzen Welt, obwohl alles vor der Haustüre zu finden ist. Geht man mit einem mentalen Atlas durch ein Einkaufszentrum und markiert auf dem Globus die Herkunftsorte aller Waren, wäre der Globus schnell zugeklebt.

Und die Generation, die auf all die scheinbaren Vorteile nicht verzichten will, diese konsumiert, zeigt mit dem Finger auf diejenigen, die alles nicht hatten und bezeichnet sie als Klimasünder.

Was Sheik Rashid ausdrückte, ist das alles Konsumorientierte ein Ende haben wird, man sich wieder auf einfaches besinnen wird.

Immer mehr Menschen mit noch mehr Bedürfnissen, eine in allen Beteichen explodierende Entwicklung hat Stress zur Folge, die Gesellschaften können leicht partiell kollabieren, die Gesellschaften verändern sich, ebenso wie Moral und die ethischen Einstellungen.

Wichtig wäre, dass man sich mehr Zeit lässt, Stress ab- statt anbaut.

Für die Politik zählt Raschids Lebensweisheit:

” Harte Zeiten schaffen starke Männer, starke Männer schaffen einfache Zeiten, einfache Zeiten schaffen schwache Männer, schwache Männer schaffen schwere Zeiten.”

Da kommt ein Lock down, wegen einer Pandemie, und schon beginnen die Menschen zu jammern, Gewalttätigkeit nimmt zu, bis hin zu krimineller Zerstörungswut als Abreaktion.

Wie heisst es: ” In der Ruhe liegt die Kraft” , aber wer hält sich daran?

Man muss nicht bei einem Anruf sofort zurück rufen, oder eine E mail unmittelbar beantworten, alles was zu tun ist, sollte gestern schon geschehen sein.

Man will nicht einen Spiegel des aktuellen Sein vor sein Gesicht gehalten bekommen. Die Wohlstandskinder wollen auf diesen und die Vorteile keinesfalls verzichten.

Alles wird bürokratisiert, verkompliziert, und dies in einer noch nie da gewesenen Hektik.

Carl Friedrich von Weizsäcker war der Direktor des Max Planck Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der technisch-industriellen Zeit.

Mit seiner Emeritierung endete dieses Institut, der Forschungsgegenstand erschien nicht wichtig genug. Aber genau dieser ist von Bedeutung.

Die Menschen eilen oft durch das Leben und verlieren dabei den Bodenkontakt.

Alles treibt, schwimmt in der Masse der Meinungen, duldet keine Gegenströmung.

Aber vielleicht helfen manche Katastrophen und Wirtschaftskollapse darüber nach zu denken, und alles wieder zu vereinfachen, um ein würdigeres Leben zu haben, mit vielleicht etwas weniger Freiheit, aber stresslos und gesünder.

stressig

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