Spielball der Daten

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Was tagtäglich auf einem einströmt geht im wahrsten Sinne des Wortes auf keine ” Kuhhaut”.

Man hat nur wenige Optionen sich aus all dem auszuklinken. Mobiles Telefon ausschalten bedeutet Kommunikationsverlust,

auf Fernsehen zu verzichten, keine Nachrichten zu hören, ist ein in übertragenem Sinne ” hinter dem Mond leben”,

sich ab zu schotten geht noch nicht einmal auf einer abgelegenen Insel,

denn diese gibt es nicht mehr;

irgendjemand lebt auch dort .

Ein Mensch der Steinzeit hatte all dies nicht, aber die existentiellen Gefahren des täglichen Lebens  beeinflussten ihn, das waren seine Daten; direkt, wenn erlebbar, sogleich bedrohlich, zumeist nicht verstehbar.

Wir heute konsumieren unterbewusst alles was um uns herum geschieht, manches wirkt nachhaltig anderes wird einfach in der Schublade der Vergessenheit abgelegt.

So, die Erinnerung, dass es in der eigenen Kindheit keine Computerspiele gab, sondern von Märklin Bauteile aus Metall, die man zu Autos zusammenschrauben konnten, die aber wahrscheinlich bleihaltig waren, man hatte nach dem Spielen auch immer dunkel gefärbte Finger.

Man sammelt aber nicht nur Erinnerungen , sondern auch reale Zeugen dieses Konsumwerdegangs, und irgendwann beginnt die Phase all dies zu selektieren.

Die Wirkung der Erinnerungen können wir nicht steuern, wann und wie intensiv die alten Daten in welcher Traumphase hochgespült werden; im täglichen Abenteuerspiel der Träume und des Schlafes.

Das andere angesammelte ist schwieriger zu handhaben.  Computer werden immer wieder ausgetauscht, weil die Technik deren Aktualität überholt hat, aber die auf Festplatten, Datenträgern, Sticks, CDs gespeicherten Informationen lassen sich nur schwerlich löschen, beim Recyclen tauchen sie dann irgendwann auf der berühmten Elektroschrotthalde in Nigeria auf, wo irgendwelche Datensammler nach Interessantem suchen.

Die realen Gegenstände akkumulieren sich wie die Dateninformationen, so , wie es in dem Songtext von Herwig Mitteregger heisst:

“Immer mehr, immer mehr, immer mehr,
Und der Wind weht wieder übers Meer
Immer mehr, immer mehr, immer mehr,
Ich fang’ ihn ein und hol’ ihn dir her”

Nur was passiert mit all dem.

Für das Gesammelte kann man Sperrmüll anfordern, dann wird alles unwiderruflich zerschreddert, mental geht das nicht, wenn, dann wäre es eine Katastrophe, ein blackout, Infarkt, Alzheimer.

Aber wen wird das einmal interessieren? Es würde nur die Datenfülle anderer erhöhen.

Um nicht zum Spielball der Daten/Fakten/Gegenstände zu werden , zum Messie-Diogenes Syndrom zu mutieren,

zur Vermüllungshalde der Informationen,

muss man vielleicht die Ruhe, die Einsamkeit der Natur, die Einfachheit in der Vielfalt suchen, seinen Geist und seinen Körper Entschlacken, sich befreien.

 

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213 thoughts on “Spielball der Daten

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