Die Menschen, die wir nicht mehr haben

DC4300 Digital Camera

Stirbt jemand wird geklagt, gejammert.

Nach der Beerdigung der Leichenschmaus, die Familie, Freunde und Bekannte kommen zusammen, alles trägt schwarz ist furchtbar traurig, geht dann wieder auseinander.

Dann die Beerdigung und alles ist vorbei, die Trauer bleibt bei denen, die den Verstorbenen geliebt haben.

Die Zeit vergeht, wer geht an das Grab? Es ist unbequem, oft weit weg. Nach 15 Jahren läuft die Zahlfrist ab, muss neu bezahlt werden, das Erbe ist vergessen und überhaupt, und so lässt man es auslaufen.

Der Umgang mit seinen Toten ist Teil unserer Kultur.

Geht man über Friedhöfe, werden es immer weniger Gräber.Immer mehr Freiflächen, weil die Gräber nicht mehr bezahlt werden und auslaufen.

Urnengräber sind in, sind billiger. Nach ein paar Jahren wird die Asche entsorgt , die Platten recycled, von Bildhauern für eine Neues verwendet.

In einigen hundert Jahren wird man nichts mehr erkennen.

In Königsberg wurden nach dem Krieg die Grabsteine als Strassenpflastersteine verwendet, der eine oder andere Grabstein mag irgendwo aufgestellt werden, aber die Masse nicht.

Die Kultur der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts verliert sich, Zerfall der Werte, der Achtung vor den Ahnen, den Toten, in dem man sie dem Vergessen preisgibt.

Wenig Kulturen in der Menschheitsgeschichte sind mit ihren Toten so umgegangen , wie wir es heute tun.

Der Zerfall beginnt, dass die Gemeinden Geld für Friedhofsplätze Geld verlangen, Geld das einige nicht haben, auch wollen Erben nach ein paar Jahren dann nicht auch noch Unkosten haben.

Wir vergessen, daß wir nur Dank den Verstorbenen sind und diese in uns auch weiter leben.

Die Eintrittskarte ins Reich der Toten sollte nichts kosten, eher, wir sollten Plätze des Denkens an diese erhalten, nicht Vergessen, Grabsteine sollten da bleiben, wo sie stehen, und in der Zukunft von dem der da liegt zeugen.

Manche Menschen interessiert überhaupt nicht wer die Vorfahren waren, das ist ja alles weit weit weg, außerdem weiß man eh nicht viel darüber, aber jedes Glied des Stammbaumes hat seine DNA Spuren hinterlassen, man wäre ohne dieses Glied nicht existent.

Im Norden von Mexico werden an bestimmten Tagen die Toten ausgegraben um am Leben teil zunehmen, andere Kulturen haben sie mumifiziert,

andere pflegen die Gräber, aber nur die, die den Verstorbenen nahe standen.

Die Kirche Jesu der Heiligen der letzten Tage sammelt alles über Menschen in Kirchenbüchern, Verzeichnissen, entnimmt DNA, weil man meint die Auferstehung der Toten am Ende der Welt kann nur denen vergönnt sein, an die es Erinnerungen gibt.

In einem alten Friedhof auf dem Vulkan Hohentwiel ist ein Friedhof aus dem 16.Jahrhundert mit Grabsteinen aus Sandstein, dem gepressten Strand vor Millionen Jahren, und diese zeugen von Menschen, die damals auf dem Berg lebten.

Was wird bei uns in 100 Jahren sein? Nichts, Wiese, vielleicht auch zugebaut, alles Vergessen, entsorgt

Wir verdienen es wahrscheinlich nicht anders dass

man uns selbst der Vergessenheit übergibt, so wie wir es mit den uns einst Lieben taten.

Wer weiß noch etwas von seinen Urgroßeltern, was sie geliebt haben, oder überhaupt, wie sie hiessen,

Vielleicht soll es so sein, dass wir kommen und gehen, und irgendwann wieder zu Erde zu werden und somit Teil des Ganzen, was man man Erde bezeichnet.

Aber wäre es nicht schön, wenn wir das Gedenken an diejenigen, denen wir unser Sein verdanken, in Ehren halten? Und , wie soll dies gehen, wenn man nichts über sie weiss und hat?

Die andere Seite ist aber auch, daß niemand ein Recht hat, das andere , so seine Nachkommen in eine Pflicht, und sei es moralisch, genommen wird.

Vielleicht sollte man es wie die Elefanten machen. Wenn die Zeit gekommen ist und man dies merkt, einfach alleine in den Dschungel gehen und sich hibnlegen, einfach einschlafen. Was dann kommt, ist der Lauf der Dinge.

Die Asche im Wasser oder in einem Wald gibt Bäumen und Pflanzen Nahrung, die wiederum von anderen Lebewesen verzehrt wird, und so leben Teile des Einstigen vielleicht zuerst im Baum, dann einem Vogel, einem anderen Tier weiter , um dann wieder zu Erde zu werden.

Aber die Erinnerungen bleiben, und manche werden zur Mähr, zur Geschichte, zu Sagen , oder einfach nur aufbewahrten Notizen und Bildern, wo man später sagen wird ” schau mal, wie das damals war, was haben die an gehabt, das Mobiliar”, oder “erinnerst Du Dich”,

und vielleicht taucht dann einer in die damalige Welt ein und lässt die  Erinnerungen diese Fragmente zu virtuellem Leben erwecken und gibt die Chance ein paar Momente zu auferstehen.

 

 

 

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.