
Wir wissen nicht, wie weit die Vergangenheit zurückreicht.
Vielleicht liegt hinter ihr eine andere Vergangenheit, und hinter dieser wiederum eine weitere, wie Räume hinter Räumen, Türen hinter Türen.
Vieleicht gibt es hinter unserem Weltall noch ein weiteres und wir sehen alles nur wie ein Marienkäfer, der nur seine Dimension sieht und nichts von den Weiten des Alls weiss, weder vom Mikro, noch vom Makrokosmos.
Die Zukunft ist kein festes Ziel.
Sie ist ein Geflecht aus Hoffnung, Zuversicht, Glauben und Vermutungen, Ideen, Phantasien,Wunschvorstellungen.
Ein Gewebe aus Möglichkeiten, das sich mit jedem Augenblick neu formt.
Weder Vergangenheit noch Zukunft lassen sich endgültig vermessen.
Was wir messen, sind Spuren.
An was wir uns erinnern, sind Fragmente.
Was wir erwarten, sind Entwürfe.
Am Rand der Ewigkeit verlieren Namen ihre Schwere.
Gesichter treten aus der Zeit hervor, begegnen sich für einen Augenblick und werden Teil eines größeren Ganzen.
Wer hier erscheint, ist zugleich Erinnerung, Gegenwart und Möglichkeit.
Nichts endet.
Alles verwandelt sich.
Vielleicht ist die Ewigkeit kein Ort.
Vielleicht ist sie der schmale Raum zwischen einem Abschied und einem Wiedersehen.
Wir leben in Übergängen. Verborgenen Verbindungen.
In den vielen Seiten eines Menschen.
In jenen seltenen Augenblicken, in denen die sichtbare Welt durchlässig wird und etwas dahinter aufscheint.
Dann erkennen wir, dass Zeit vielleicht weniger eine Straße ist als ein Strom, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für einen Moment zusammenfließen.
So wirkt eine Darstellung des Endes wie ein Blick in einen Raum, in dem alles gleichzeitig vorhanden ist.
„Vielleicht am Rand der Ewigkeit“ lässt bewusst offen, was kommen und was gehen wird.
Denn vielleicht gehören Kommen und Gehen zum selben Geheimnis.
Und vielleicht stehen wir alle, ohne es zu wissen, manchmal für einen Augenblick am Rand der Ewigkeit. 🌌
Vielleicht ist die größte Erkenntnis, dass wir weder Anfang noch Ende wirklich kennen.
Wir bewegen uns zwischen Erinnerungen, von denen wir nicht wissen, wie tief ihre Wurzeln reichen, und Zukunftsbildern, die aus Hoffnung und Vorstellungskraft gewoben sind.
Dazwischen liegt die Gegenwart, dieser kaum fassbare Moment, der sofort Vergangenheit wird.
Wir sind Reisende ohne Kenntnis des ersten Aufbruchs
und ohne Gewissheit über die letzte Ankunft.
Dennoch begegnen wir einander.
Für einen Augenblick.
Blick zu Blick.
Gedanke zu Gedanke.
Mensch zu Mensch.Vielleicht ist genau das Ewigkeit: nicht die unendliche Dauer, sondern die Tiefe eines Augenblicks, in dem Trennung aufgehoben scheint.
Vielleicht ist die Ewigkeit auch ganz nah, wie eine Kugel um die man ewig kreisen könnte