
Rushhour in der S Bahn, im Bus.
Kaum Plätze frei.
Die Menschen drängen sich, schauen nicht links oder rechts, hauptsächlich rein und
Hauptsache der Kampf um einen Sitzplatz.
Verbissen schauen, gehetzt, genervt und immer ein Blick auf das eigene Mobiltelefon,
als wenn da eine Heilsnachricht kommen könnte.
Vielleicht ein Like, ein Date, oder nur simpel Larifari, Unwesentliches, dass durch die geschriebene Geschwätzigkeit zur Wichtigkeit mutiert.
Es könnte auch anders sein.
Selten ein freundliches Lächeln, aber es gibt dies trotzdem.
Menschen die aufstehen um einem Älteren oder Behinderten Platz zu machen.
Einfach welche die höflich, freundlich, mitfühlend sind.
Aber es ist selten, wichtig , es kommt vor.
Stimmung, gute Laune, eher die Ausnahme.
Aber die Wahrscheinlichkeit besagt, dass dies am ehesten dann geschieht,
wenn abends die letzte S Bahn fährt und alle Lokale Sperrstunde haben,
sich die letzten Gäste auf den Weg nach Hause machen.
Die S-Bahn ist überfüllt, die Luft schwer von Atem und Gedanken.
Jeder hält sich fest – an der Stange, am Handy, an der eigenen Routine.
Doch zwischen den Körpern flackert etwas auf, ein Rhythmus, kaum hörbar, vielleicht nur ein Herzschlag, der sich vervielfacht, ein Ohrwurm, der nicht los lässt..
Eine Frau hebt den Blick, lächelt.
Andere lächeln zurück.
Auf einmal gibt es Kommunikation, Bewegung, Verständnis, eine Art Solidarität.
Der Zug wird zur Bühne, die Enge zur Choreografie.
Für einen Moment tanzen alle, ohne es zu wissen.
Dann hält der Zug, die Türen öffnen sich, und die Farben zerfließen in die Nacht.
Der Traum ist wieder vorbei.
Träume können zwar nicht auf ein ” Wiederholen” gestellt werden, aber inhaltlich ähnlich sein,
und vielleicht wird der eine oder andere Traum die Chance haben sich zu realisieren.