Kartografie des Unfertigen

Das Leben ist ein Kreislauf aus Werden und Vergehen.

Alees hat seine Bedeutung, jede Farbe will Raum, jede Linie.

Nichts bleibt, alles ist auf dem Weg als vibrierendes Ganzes, bei dem die einen auf der Ist-Seite, die Anderen im Soll und Muss stehen.

Wie eine Kartografie innere Bewegungen. Impulse, die einander Verschlingen, Emotionen, die sich überlagern, Gedanken die Verdrängen.

Menschen stehen oft an Wendepunkten, an Weggabelungen, Kreuzungen

Kartografieren bedeutet Ordnung in das Chaos zu bringen.Manchmal schwimmen wir einfach im Strom des Lebens vor uns hin,

nicht sehend wie tief das Wasser ist, nicht spürend wo es hinfliesst, und wo es hinfliesst.

Fische schwimmen einfach, wir benötigen Hilfsmittel um dies auf Dauer zu machen, ein Boot, ein Sextant seines Lebens und vieles Mehr.

Und doch atmet alles in uns und um uns, es ist ein und Aus, ein Kommen und Gehen, das uns erinnert, dass auch wir Teil dieses Rhythmus sind.
Wir sind nicht getrennt vom Strom — wir sind die Welle, die sich hebt und wieder senkt.

Vielleicht sind wir nicht dazu gemacht, das Ziel zu kennen, sondern die Orientierung immer wieder neu zu finden.
Unser Sextant misst keine Sterne, sondern die inneren Koordinaten, sondern Mut, Zweifel, Sehnsucht, Erinnerung.
Daraus zeichnet sich eine Karte, die nur für uns lesbar ist.

Das Wasser des Lebens trägt uns, auch wenn wir es nicht bemerken.
Es hält unsere Geschichten, unsere Brüche, unsere Hoffnungen.
Jeder Tropfen ist Erinnerung, jede Strömung eine Entscheidung, jeder Wirbel ein Moment, der uns prüft.
Und doch: Das Meer urteilt nicht.
Es nimmt uns, wie wir sind.

Wir sollten jedoch im daran denken wo wir uns befinden, und,

daß nie etwas fertig sein wird.

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