
Das Leben erinnert oft an eine Bühne des Inneren.
Nicht die äußere Handlung steht im Mittelpunkt, sondern die vielen Stimmen, aus denen Identität entsteht.
Es erzählt weniger, was geschieht, sondern wer wir sind, während etwas geschieht.
Manchmal treten Erinnerungen auf, manchmal Hoffnungen, manchmal Ängste oder Sehnsüchte. Jede übernimmt für einen Augenblick die Hauptrolle, bevor sie wieder in den Hintergrund tritt.
Ob wir dabei nur Komparsen bleiben oder Schauspieler mit Haupt- und Nebenrollen werden, entscheidet nicht allein das Leben.
Es entscheidet sich auch daran, ob wir den Mut finden, unsere Rolle anzunehmen, zu verändern oder gelegentlich sogar neu zu schreiben.
Denn das Stück ist niemals ganz fertig.
Während der Vorhang sich hebt, entstehen bereits neue Szenen.
Und oft erkennen wir erst im Rückblick, welche Figur wir in einem bestimmten Moment gewesen sind.
Das Leben verteilt Rollen, aber der Mensch entscheidet, wie er sie spielt. Gerade darin entsteht Freiheit.