
Es gibt viele Geschichten.
Besonders sind die Geschichten über Geschichten, nicht nur über die Geschichte.
Wahrheitsgetreue, verklärende, falsche und schönende, schaurige, frohe, traurige, auch schräge.
Auch der Zeitzeuge berichtet in seiner Geschichte nicht immer objektiv, denn er wird selten gnadenlos die Wahrheit schreiben,
auch betrachtet er alles nur aus seinem Blickwinkel, und oft lässt die Zeit vieles vergessen.
Entweder möchte man jemanden schützen, auch vielleicht sich selbst, anderen nicht weh tun und sie verletzen,
Wird etwas weiter erzählt modifiziert sich der Inhalt, so dass man diesen letztlich fast nicht mehr erkennen kann.
Durch psychologische Tests konnte man dies ganz gut nachweisen.
Die echten Geschichten weiss nur das Gedächtnis der Welt, das des Schicksals.
Es bleiben die Spuren die hinterlassen wurden, die dann aber wieder interpretiert werden.
Manche Menschen erzählen etwas zig Mal, bis alle es glauben, und dies um zu manipulieren.
Dier Wiederholung bestätigt sich immer selbst und am Schluss ist das erfundene, instrumentalisierte Geschichtchen auf einmal die Wahrheit.
Und, letztlich glauben sie das oft Gesagte selbst
Geschichten sind keine Abbilder der Wirklichkeit, sondern lebendige Konstruktionen, die sich mit jedem Erzählen verändern.
Geschichten sind Formen des Erinnerns, aber Erinnern ist kein Archiv, sondern ein aktiver Prozess, der jedes Mal neu gestaltet, verschoben, gefärbt wird.
Deshalb ist jede Erzählung zugleich wahr, unvollständig und verändert.
Geschichten bleiben nie stabil.
Und, Geschichten werden weiter erzählt und letztlich entstehen Geschichten über die Geschichten.
Das Gehirn speichert kein Video, sondern Fragmente, Muster, Emotionen.
Beim Abruf werden sie rekonstruiert, nicht reproduziert.
Jede Weitergabe einer Geschichte ist eine Neuinterpretation.
Geschichten sind wie Flüsse, das Wasser ist nie zweimal gleich.
Darum können erfundene Geschichten, wenn sie oft genug erzählt werden, zu kollektiven Gewissheiten werden. Nicht weil sie stimmen, sondern weil sie sich einprägen.
Nur das „Gedächtnis der Welt“ das die echten Geschichten kennt, ist stark. Man könnte sagen:
Die Welt erinnert nicht in Worten, sondern in Spuren. Und Spuren müssen gedeutet werden — also werden sie wieder zu Geschichten.
Vielleicht ist die Frage nicht: Was ist die wahre Geschichte? Sondern: Welche Geschichte erzählt etwas Wesentliches — auch wenn sie nicht faktisch korrekt ist?
Denn manche Geschichten sind nicht wahr, aber treffend. Andere sind wahr, aber bedeutungslos.