Upload der Erinnerungen

Eine Begegnung von analoger und digitaler Identität, wie Pixel und Pigmente.

Man muss die Codes von Gesichtern kennen, die Biometrie, sie sind das Raster des Spiegelbildes.

Gesichter sind wie die Oberfläche des Inneren. Mimik und Gestig drücken nicht Gesagtes aus.

Geht man durch eine Stadt könnte man oft glauben in den Fenstern der Stadt pixelige Augen zu sehen, die einem beobachten,

Lippen, die Worte formen, die man nie ausgesprochen hatte.

Vor einer Wand, die man noch nie bemerkt hatte erkennt man auf einmal ein Gesicht, halb gemalt, halb digital, halb sie selbst, flackernd als würde es atmen.

Es ist das sehen von Erinnerungen, die sie nie hochgeladen wurden, verdrängrte, übersehene.

Uploads waren nie dafür gedacht, Erinnerungen zu speichern.

Eher dafür, Erinnerungen zurückzugeben — gereinigt, verzerrt, neu geordnet.

Wie ein Spiegel, der nicht zeigt, wer man war, sondern wer man werden könnte.

Ein bewusster Gang durch eine Stadt ist wie der durch ein lebendiges Archiv, ab und zu auch durch Asservatenkammer seines Unterbewusstseins.

Manchmal wie ein vertrautes Flimmern, dann wie Schatten der Erinnerung, die auch hochgeladen werden wollen.

Erinnerungen sind das Einzige was bleibt wenn wir alles andere verloren haben,

wir können jedoch nicht steuern welche ein Upload bekommen oder nicht.

Sich auf ein Carpe Diem, auf ein bewusstes Leben in und mit der Natur, zu konzentrieren kann helfen seine Weg besser zu finden

Nicht als flüchtige Parole, sondern als Haltung.

Nur wer die Natur wahrnimmt, den Atem der Welt, das Licht auf den Dingen, der lädt Erinnerungen hoch, ohne es zu merken: solche, die tragen, statt zu beschweren.

Man lebt nicht zweimal — aber man begegnet sich selbst immer wieder;

in den Erinnerungen, die man hochlädt und in denen, die uns finden.

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