Die verlorene Mimik

Ein visuelles Aufeinandertreffen zweier Maskenwelten.

Rituell aufgeladene Figuren, Gesichter sich in Unschärfe verlierend , und dann die andere Seite, grell geschminkt, karikaturhaft.

Es sind immer zwei Arten von Sichtbarkeit.

Eine, die sich einem entzieht, die andere die nach Aufmerksamkeit schreit..

Die Welt ist wie eine Bühne, ein Gehäuse, das oft von leuchtenden Rosa- und Rottönen durchbrochen wird,

von emotionalen Rissen, auch Spuren von Widerstand.

Ein Dialog zwischen Oberfläche und Tiefe, zwischen Archetyp und Intimität.

„Verlorene Mimik“ – das klingt nach mehr als nur einem Gesichtsausdruck, der entgleitet.

Es klingt nach einem Verlust von Resonanz, von echtem Gegenüber, von der Fähigkeit, sich im Anderen zu erkennen.

Und wenn man dies mit dem Unvermögen der Menschheit verbindet, Frieden zu finden, entsteht ein tiefes, fast apokalyptisches Bild:.

Die Gesichter haben Angst sich selbst zu sehen– als Spiegel des Inneren – die Sprache verlierend..

Die Gesichter sind da,
aber sie sprechen nicht mehr.
Die Stirn kennt keinen Zweifel,
die Augen kein Erbarmen,
der Mund kein Zögern.

Wir tragen Masken,
nicht aus Stoff,
sondern aus Starrsinn,
aus Angst vor Berührung,
aus der Müdigkeit des Immergleichen.

Der Friede –
nicht verloren,
sondern nie gelernt.
Wie soll man sich versöhnen,
wenn man einander nicht mehr ansieht?
Wenn das Antlitz nur noch Fläche ist,
nicht mehr Frage, nicht mehr Antwort.

Vielleicht beginnt der Friede
nicht in Verträgen,
sondern in der Rückkehr
der Mimik.
Ein Zucken, ein Blinzeln,
ein Zittern im Gesicht –
als Zeichen, dass da noch etwas lebt,
das sich berühren lässt.

Dolendeckel

Dolendeckel, Kanaldeckel, Schachtdeckel oder Gullydeckel.

Viele Bezeichnungen für ein Tor zu einer anderen Welt,

dass bereits die alten Römer entwickelten , um Passanten zu schützen, und um Objekte aufzuhalten, die hineinfallen oder hineingeworfen werden könnten.

Diese Deckel waren damals fast immer aus Stein gehauen, heute sind sie aus Eisen.

Althochdeutsch ” dola” Rinne oder Röhre.

Zumeist sind sie rund , manchmal eckig.

Manche sind Kunstwerke.

Jeder läuft einmal darüber, meistens ohne nachzudenken,

ohne sie zu beachten.

Tore zurUNterwelt.

Mystisch, verschlossen und verschlüsselt.

Die Welt des Gestanks, des Verdrängens,

der weg geschütteten Reste menschlicher Haushalte.

Es ist der Ort wo Ratten und Ungeziefer ihre Heimat haben .

Eine Welt unter der Unsrigen, eine Parallelwelt,

ohne der die Unsrige in Chaos, Gestank und Krankheiten versinken würde.

Gedacht für Wasser, Abwasser, die Kloake, aber auch zur Abdeckung oder Zugang zu Gas,

mit Ornamenten, Insignien, Symbolen versehen.

Sie erzählen von Geschichten, von den Männern die sie in der Stahlindustrie gossen,

auch von den Menschen, die durch die Eingänge, die sie verschließen, in die unterirdischen Labyrinthe steigen.

Menschen, an die keiner denkt, und niemand ihre Arbeit bewundert, ohne die wir unsicherer wären.

Manche der Tunnels sind Jahrzehnte, Jahrhunderte alt, wie in Rom oder Paris.

Tore zur Unterwelt, zum Hades, oder einfach nur zu anderen Landschaften aus Mauerwerk und Beton.

Durch den Geruch und Gestank den menschlichen Sinnen entrückt,

trotzdem faszinierend.

Eine Welt, die wir verdrängen, aber ohne die wir nur ein unbequemes Leben hätten.

Wie mögen die Bewohner dieser Welt diese Deckel sehen, die Mäuse, Ratten, Würmer und Bakterien.

Die Welt ewiger Dunkelheit, nur geöffnet durch eine Kontrolle der Abwasserbehörde.

Ein für uns nicht nutzbares Versteck, vielleicht ein Notausgang, indem wir schwerlich lebensfähig sind.

Zumindest solange unsere Gesellschaft nicht gezwungen wird in dieser Dunkelheit Zuflucht zu suchen,

wie in Kriegen oder vielleicht Naturkatastrophen.

Wer weiß schon was die Zukunft bringt, welche Mutationen die Evolution hervorbringt.

Dolendeckel, eben der Zugang zu einer Welt der Magie und einer neuen Welt.

Wurzelwerke

Das Leben ist ein Geflecht, das sich im Laufe der Zeit entwickelt, manchmal verdichtet, dann wieder am auseinanderfallen.

Es ist wie bei den Wurzeln von Bäumen und Pflanzen.

Nur bei uns Menschen sind sie nicht physisch, sondern mental, auch genealogisch und in der DNA

Die Visualisierung urbaner Verdichtung und organischer Erinnerung hinterlässt immer ihre Spuren.

Menschen sind immer im Spannungsfeld zwischen Konstruktion und Natur.

Die Insekten, Fliegen und Ameisen erscheinen uns manchmal fast kafkaesk.

Das Kleine, das Übersehene, das Unheimliche, ist Teil unserer Welt.

Wir leben im Widerspruch.

Da das rationale, geometrische Streben nach Ordnung und dort das chaotisch-lebendige Pulsieren des Natürlichen.

Und dazwischen wir.

Gesichter, Fragmente, Masken, die Vielschichtigkeit der Identität, das „Dahinter“.

Das Wurzelgeflecht, tastend, verzweigt, tief., und hinsichtlich Zukunft nicht planbar.

Wie heißt es: “Sage mir woher Du kommst und ich sage Dir wo Du hingehst”

Das ist nicht wörtlich zu nehmen.

Nur, wenn man seine eigene Geschichte kennt, weiß wo seine Wurzeln sind, auch wo sie hinwachsen, bringt man seine innere Uhr und seinen Kompass in Bewegung.

Es ist das erkennen und sehen lernen des eigenen “Ichs”,

nicht als Zentrum, sondern als Durchgangsort, als Membran zwischen Geschichte und Werden.

Die Herkunft ist ein Resonanzraum, die Zukunft die tastende Möglichkeit.

Ohne Wurzeln fehlt die Bodenbindung, das in der Realität verankert zu sein.

Der Mensch kann nicht völlig losgelöst und abgehoben sein.

Es ist ein Kompass, der nicht nach Norden zeigt, sondern nach innen.

Eine Philosophie des Verwurzeltseins, die nicht rückwärtsgewandt ist, sondern zukunftsoffen.

Wir sind alle Teil eines wunderbaren die Erde umfassenden Wurzelwerkes und haben immer noch nicht verstanden entsprechend zu handeln.

Manifest der täglichen Sichtbarkeit


von Hans-Peter Heckner

Ich male, weil das Leben sich nicht in Worten erschöpft.
Ich schreibe, weil das Bild allein nicht genügt.
Jeden Tag ein Versuch:
das Unsichtbare sichtbar zu machen,
das Flüchtige zu halten,
das Erschöpfte in Schönheit zu verwandeln.

Meine Bilder sind keine Antworten.
Sie sind Fragen, die sich selbst stellen.
Sie sind Orte, an denen das Denken Farbe annimmt
und das Fühlen Form bekommt.

Ich glaube an die Kraft der Wiederholung,
nicht als Routine, sondern als Widerstand.
4200 Texte, 7000 Bilder—
nicht als Zahl, sondern als Zeugnis
eines Lebens, das sich nicht abfindet.

Ich male, um zuzulassen.
Ich schreibe, um zu warten.
Ich veröffentliche, um zu erinnern:
dass Kunst ein täglicher Akt der Selbstbestimmung ist.

Wem diese gefallen und mein Blog, den bitte ich das weiter zu teilen und mir zu helfen einen Verlag oder Zeitung, Medien zu finden, die mir helfen dieses weiter zu tun.

Meine Bilder sind alle verkäuflich

Gedächtnisfelder

Das Leben zeigt jeden Tag sein visuelles Gedicht, seinen vielstimmiger Chor aus Formen, Farben und Zeichen.

Alles lebt.

Geometrischen Strukturen und stilisierten Gesichter scheinen nicht einfach nur dekorativ, sondern wie Fragmente einer inneren Sprache, die sich zwischen Erinnerung und digitaler Gegenwart bewegt.

Weiße Markierungen erinnern uns an Runen oder codierte Botschaften.

Zebrastreifen, Fahrbahnmarkierungen, Trennlinien, die wenn sie unterbrochen sind, auch ein Signal abgeben.

Bilder selbst verbergen und offenbaren zugleich.

Die Monotonie des Mainstroms, immer das Gleiche, im TV, in Medien , mit sich immer wiederholenden Themen, Gender und Krieg, nervt, ermüdet, verschreckt.

Dagegen sollte man lieber ein „Manifest in Farbe“ setzen, ein Widerstand gegen das Glatte, das Vorhersehbare oder einfach so interpretierte..

Es ist ein tägliches „Zulassen“ der Komplexität, den Brüchen und Überlagerungen.

Vielleicht brauchen wir Gedächtnisfelder
Nicht das Gedächtnis als Archiv, sondern als lebendige, flackernde Präsenz, die das verarbeitet, was wir täglich erleben.

Abstrahieren, geometrischen Formen sind wie Gedanken, die sich nicht fügen wollen – sie stoßen aneinander, überlagern sich, fliehen ins Offene.

Die Splitter von Identität, Fragmente von Begegnungen ordnen? Aber tun wir das?

Die Spiegelungen analysieren, das, was von uns bleibt, wenn wir uns in der Welt verlieren und wiederfinden.

Die Welt ist nicht monoton, sie ist mehr als bunt.

Farben sind lebendig, können widersprüchlich sein.

Die Mode lebt davon.

Manche tragen T Shirts mit speziellen Aussagen darauf, so wie “Macht, macht nichts”.

Oder Krawatten mit Mustern und Tieren, Broschen, die alle etwas aussagen, so, wie der Madeleine Albright.

So, wie ein Stier, wenn man in eine Verhandlung geht, oder ein Schmetterling, wenn man darüber zu schweben signalisieren möchte.

Farben sind wie eine emotionale Topografie.

Zonen der Hoffnung, der Erschöpfung, der Sehnsucht.

Dazwischen weiße Zeichen, wie Versuche, Ordnung zu stiften, aber sie sind keine Regeln – eher Spuren eines inneren Navigierens.

Uns bleibt das ein Atlas des Zulassens zu kartografieren, eine, der zeigt was geschieht wenn man nicht mehr kontrolliert, sondern nur noch empfängt.

Freiheit ist sich in seinen mentalen Atlas mit seiner inneren Uhr und Kompass in Einklang zu bringen.

Und das ist auch ein Weg zum Glück.

Wichtigkeit

Wichtigkeit“ ist tatsächlich kein objektives Maß, sondern hängt stark von Perspektive, Kontext und Bedürfnissen ab:

Für den einen ist Karriere das Wichtigste, für den anderen Familie oder Gesundheit.

Objektiv wichtig könnte man Dinge nennen, die für alle Menschen gelten – etwa Luft zum Atmen oder Sicherheit.

Manche Menschen „tun wichtig“, weil sie ihre Rolle oder ihren Status betonen wollen.

Das sagt aber mehr über ihr Bedürfnis nach Anerkennung aus als über die tatsächliche Bedeutung ihrer Handlungen.

Die zeitliche Dimension zeigt, daß das was heute wichtig erscheint, kann morgen schon nebensächlich sein.

Ein Streit kann im Moment riesig wirken, ist aber nach Jahren kaum noch relevant.

Mit scheinbar unwichtigen Dingen, auch solche, die man übersehen hat, kann dies genau umgekehrt ablaufen.

Die Zukunft kann zeigen, dass genau dieses sehr wichtig war.

Wichtig ist nicht, was andere als wichtig darstellen, sondern was für einem selbst selbst Sinn und Wert hat.

Und diejenigen, die manchmal so wichtig tun, sind vielleicht gar nicht relevant, gar unwichtig,

„Wichtigkeit“ ist wie ein Filter, den wir über die Welt legen.

Ein Filter, der ein Chaos ordnen soll. Eine Triage des Seins und Lebens

Wer „wichtig tut“, versucht, diesen Filter für andere zu bestimmen.

Wer bewusst lebt, entscheidet selbst, was durch den Filter hindurch als bedeutsam erscheint

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ , so heisst Marcel Prousts monumentales Romanwerk, das zwischen 1913 und 1927 in sieben Bänden erschien.

Der Roman kreist um die „mémoire involontaire“ – das unwillkürliche Erinnern, etwa ausgelöst durch den berühmten Madeleine-Moment.

Dieses Erinnern wird zur poetischen Methode, um die Vergangenheit zu rekonstruieren.

Jede Entscheidung die man tätigt, schließt andere Möglichkeiten aus.

Das erzeugt oft ein Gefühl von Verlust.

Wir neigen dazu, die verpasste Option zu verklären und uns vorzustellen, dass sie besser gewesen wäre.

Aber ein ” was wäre gewesen wenn..” ist unumkehrbare Geschichte,

oft mit gescheiterten oder enttäuschten Hoffnungen, Sehnsüchten oder Beziehungen verknüpft.

Verpasste Chancen gehören zum Leben.

Sie machen unsere Geschichte einzigartig.

Manchmal zeigt sich später, dass eine „verpasste“ Möglichkeit gar nicht so ideal gewesen wäre.

Das Zeitverständnis in “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” ist nicht linear, sondern zirkulär, durchzogen von Erinnerungsschleifen, Verzögerungen, Verfehlungen – und eben auch von verpassten Chancen.

Diese verpassten Gelegenheiten sind nicht bloß bedauerliche Zufälle, sondern Ausdruck einer existenziellen Wahrheit,

Das Leben erschließt gänzlich sich sich oft erst im Rückblick,

während es im Moment selbst an uns vorbeizufließen scheint.

Viele Momente des Lebens – Begegnungen, Lieben, Möglichkeiten zur Erkenntnis, berufliche Chancen blieben ungenutzt,

weil man diese im Augenblick des Geschehens nicht als bedeutungsvoll erkannte.

Erst durch die mémoire involontaire, das unwillkürliche Erinnern, wird das Verlorene wieder greifbar – nicht als Wiederholung, sondern als Verwandlung.

Die Weichenstellungen des Schicksals wollten einen anderen Weg weisen,

einen, mit allen völlig anderen Folgekonsequenzen.

„Die wahre Entdeckung besteht nicht darin etwas zu versuchen mit anderen Augen zu sehen.“

Die verpassten Chancen werden nicht ungeschehen gemacht, aber sie werden umgewandelt in eine Erkenntnis.

Was wäre, wenn wir das Leben nicht als eine Kette von Entscheidungen sehen,

sondern als ein Gewebe aus Resonanzen ,

manche laut, manche leise, manche erst Jahre später oder manchmal erst im Alter und der mentalen Retroperspektive hörbar?

Dann wären verpasste Chancen nicht das Ende, sondern verzögerte Anfänge.

Keine Zeit ist verloren.

Der Kampf gegen die Zeit

Denkt man an Zeit assoziiert man Zeit, Zeitenwende, Zeitdruck, zeitlos.

Uhren sind oft ein Symbol für Zeit, Präzision oder vielleicht auch Kontrolle.

Ihre mechanischen Details wirken fast wie ein Herzstück des gesamten Werks.

Die Zeit ist mehr als eine Uhr.

Legt man die Uhr ab, läuft die Zeit trotzdem weiter, egal in welche Sequenzen man sie einteilt.

Zeit ist da und vergeht und ist dann ein” es war”.

Sie ist das unsichtbare Gewebe des Seins.

Zeit ist ein Paradoxon.

Allgegenwärtig und doch nicht greifbar.

Wir messen sie, strukturieren sie, versuchen sie zu kontrollieren – und dennoch entgleitet sie uns ständig.

Die Uhr, ob Sanduhr, Turmuhr oder digitale Anzeige, ist unser Versuch, dem Flüchtigen eine Form zu geben.

Doch die Zeit selbst bleibt davon unberührt.

In einer Zeitenwende schreibt sich Geschichte neu.

Zeitdruck ist das Gefühl, von ihr gejagt zu werden.

Zeitlosigkeit ist der Zustand, in dem wir ganz im Moment aufgehen,

in dem das Jetzt sich ausdehnt, die Minuten ihre Bedeutung verlieren und wir ganz in der Gegenwart aufgehen

Die mechanischen Details einer Uhr – Zahnräder, Federn, Pendel – erinnern an ein Herz, das schlägt, aber nicht lebt.

Zeit und die Uhr als Symbol für Präzision, aber auch für unsere Sehnsucht, Ordnung ins Chaos zu bringen.

Es gibt nur wenige Momente in denen wir den Kampf gegen die Zeit gewinnen können.

Dann, wenn es um Sekunden geht, die über Leben und Tod entscheiden.

Aber es sind die Momente , in denen das Schicksal und keine Uhr oder blosse Zeit entscheidet.

Die Zeit kann eine Last sein.

Wir rennen, planen, takten, als könnten wir ihr entkommen.

Doch sie bleibt uns immer einen Schritt voraus.

Sie zeigt uns die Grenzen unserer Kontrolle, ihre stille Macht.

Es ist das Oszillieren zwischen Technik und Transzendenz.

Der Kampf gegen die Zeit ist ein uraltes Drama, das jeder Mensch kennt.

Manchmal läuft man ihr hinter her

Es ist kein Kampf mit Schwertern, Schilden oder Raketen, Drohnen, sondern mit Kalendern, Uhren und dem stetigen Ticken, das uns daran erinnert, dass alles vergänglich ist..

Die Uhr im Ich

Ein Fragment aus einem existenziellen Zyklus.

Das Verhältnis von innerer Zeit, Identität und kosmischer Ordnung.

Es ist das Zeitgesicht.

Man verändert sich, altert, selten findet eine Verjüngung statt.

Messen tun wir uns selbst, einer inneren Chronologie folgend.


Die Uhr im Ich ist keine äußere Apparatur, sondern ein Symbol für die Verzeitlichung des Selbst.

Wir tragen nicht nur Chronometer am Handgelenk,

wir sind selbst zu Messinstrumenten geworden.

Unsere Gedanken ticken, unsere Gefühle folgen Rhythmen, unsere Erinnerungen sind datierte Archive.

„Man ist nicht im Jetzt – man ist das Jetzt, das sich selbst misst.“

Was erwartet man von der Zeit?

Jedem geschieht etwas anderes, vielleicht möchte man selbst nur ein bißchen Glück.

Die Uhr trägt Himmelskarten.

Unsere innere Zeit ist nicht nur biografisch, sondern auch kosmisch.

Zwischen Sternzeit und Lebenszeit entsteht ein Spannungsfeld.

Wir sind in einer ganz spezifischen Konstellation der Sterne geboren und leiten davon hypothetische Erwartungen und Fagen ab.

„Die Uhr im Ich schlägt nicht Sekunden – sie schlägt Möglichkeiten.“

In einer Welt der getakteten Produktivität wird die Uhr im Ich zur Quelle des Widerstands.

Aber man kann den Zeitzwängen nur schwerlich entfliehen.

Zu intensiv ist das aufdiktierte “Muss”.

Wer seine innere Uhr hört, kann sich dem äußeren Takt entziehen.

Wir können zu Zeitverweigerer des Mainstreams werden.

In vielen Bereichen wird eine Stechuhr angewendet und alles was wir tun läuft in Zeiteinheiten ab.

In der Wirtschaft wird mit Zeiteinheiten gerechnet und berechnet.

Es ist die Ökonomisierung der Zeit.

Vielleicht ist das Zulassen, das Warten, das Dahinter – ein Akt der Zeitverweigerung.

Wir können den Uhren des Schicksals kaum entgehen, aber wir haben immer die Chance die Einstellung dazu zu verändern, der Uhr des eigenen Ichs folgen.

Visuelle Echos

Ein visuelles Echo einer poetischen und philosophischen Auseinandersetzung mit Identität, Fragmentierung und Resonanz.

Die überlagerten Gesichter, teils verdeckt, teils durchdringend, sollen an das „Dahinter“ erinnern.

Die Schicht des “Selbst”, die sich nicht sofort zeigt, sondern durch das Chaos hindurch spricht, zeigt sich.

Geometrischen Formen, die der Versuch sind Ordnung in ein inneres oder gesellschaftliches Durcheinander zu bringen,

Wie ein digitales Raster, das Menschliches überlagert.

Gesichter wie Stimmen.

Jeder Ausdruck scheint eine andere Stimmung, ein anderes Narrativ zu tragen.

Wer spricht hier? Wer wird übermalt? Wer bleibt sichtbar?

Wie Spray und Splatter, schwarze Überlagerungen, als Akte des Widerstands oder der Auslöschung.

Was wird hier verdrängt? Was will sich zeigen?

Die Spannung zwischen abstrakter Form und organischem Ausdruck,

eine Kritik an digitalen Strukturen, die das Lebendige überformen.

Farben sind Resonanzräume.

Grün und Gelb im Hintergrund, wie ein Lichtfeld, in dem sich die Figuren bewegen.

Rot, Gelb, alles hat seine Bedeutung, auch die unzähligen Zwischentöne des Lebens, die wir zumeist gar nicht wahrnehmen.

Vielleicht Räume des Zulassens.

Lichtfelder werden zum Resonanzraum

Es sind keine Räume im architektonischen Sinn, sondern Zustände, Haltungen, Atmosphären.

Räume, in denen man nicht kontrolliert, sondern empfängt.

Das Leben bietet so viel spannende Variationen, eben auch visuelle Echos.

Das Gute schallt zurück, die negativen Aspekte lieber vorbei huschen lassen, so, wie Schall und Rauch.

Es ist ein Raum des Wartens, das Leben bejahend, aber nicht passiv, ein Raum des inneren Geschehens, des Zulassens, des sich Öffnens.

Orte, in denen das Ungeplante, das Ungefilterte, das Echte sich zeigen darf.

Eine Gegenkultur des Positiven.

Nicht als naive Verdrängung, sondern als bewusste Wahl, Resonanz zu schaffen, wo sonst nur Lärm wäre.