flüchtig

Wir erleben die Welt zumeist nur flüchtig.

Alles scheint an uns vorbei zu huschen.

Kaum gesehen, schon wieder weg.

Die Welt gleitet an uns vorbei wie ein Strom aus Bildern, Reizen, Entscheidungen.

Wir leben in einer Ära der Beschleunigung, in der das Flüchtige zur Norm geworden ist und das Tiefe, das Langsame, das Durchdrungene kaum noch Raum findet.

Die Oberflächlichkeit ist nicht nur ein Mangel an Tiefe –

sie ist ein Symptom einer Kultur, die das Urteil dem Verstehen vorzieht,

das Tempo dem Innehalten, die Effizienz der Resonanz.

Vielleicht ist das, was fehlt, nicht Information, sondern Aufmerksamkeit,

nicht Wissen, sondern das Verweilen,

nicht das Urteil, sondern das Zulassen.

Wir haben kein „Gelassenen Sehen“ – kein Sehen, das nicht greift, sondern empfängt.

Wir haben kein Denken, das nicht sofort entscheidet, sondern sich öffnet. hinterfragt.

Die Oberflächlichkeit lässt uns urteilen und entscheiden, und nicht das kompakte, umfassende, genaue, detaillierte Wissen.

Vielleicht ist die Gegenbewegung zur Flüchtigkeit das kultivierte Warten, das genaue Hinschauen.

Flüchtigkeit ist ungerecht.

Unsere Entscheidungen sind digital. Ja oder nein.

Kaufe ich oder nicht, der/sie ist Freund oder Feind, sympathisch, gleichgültig oder abweisend.

Der flüchtige Moment entscheidet in einer bestimmten Art und Weise über Sein und nicht Sein.

Es gibt wie bei den Farben zig Zwischentöne, und für diese bleibt keine Zeit.

Aber diese Zeit sollte man sich nehmen, für das Spektrum des Zwischenmenschlichen, das Emotionale, das Unentscheidbare.

Dort liegt das Menschliche, nicht im Flüchtigen, sondern im Dazwischen, im Unklaren, im Noch-nicht-Entschiedenen.

Vielleicht könnte der Versuch einer Entdigitalisierung des Denkens helfen,

auch ein „Zulassen“ statt des „Bewertens“, ein „Verweilen“ statt eines „Wegwischens“.

Ein „Warten“ als Widerstand gegen die Hast.

Einfach sich Zeit lassen.

Was kommt als Nächstes

Wie ein Echo durch die Zeiten hallend, so klingt die immer wiederkehrende Frage.

Was kommt als Nächstes?

Manchmal klingt sie wie ein Flüstern der Hoffnung, manchmal wie ein Seufzer der Erschöpfung.„

Schlimmer geht immer“ ist eine bittere Volksweisheit – aber auch eine, die uns herausfordert.

Es ist die Erwartungshaltung, optimistisch oder purer Pessimismus.

Denn wenn wir sagen „Schlimmer geht immer“, dann gestehen wir uns auch

die Annahme des am schlimmsten Möglichen ein.

Wir rechnen mit dem Absturz, nicht mit dem Aufbruch.

Vielleicht sollte man dies umdrehen: “Schlimmer geht nimmer”.

Einfach Besseres erwarten, als auf Unheil warten.

Das Unerwartete, das Schöne, das Stärkende?

Nicht resignieren, sondern resonieren.

Eine positive Grundhaltung ist kein naiver Optimismus, sondern eine bewusste Entscheidung, der Welt mit Vertrauen und Gestaltungskraft zu begegnen

Nicht weil alles gut ist, sondern weil wir gut sein können, wählen wir das Licht.

Nicht weil die Zukunft sicher ist, sondern weil sie offen ist, öffnen wir unser Herz.

Der Pessimismus sagt: „Es wird schlimmer.“ Die positive Grundhaltung antwortet: „Es liegt an uns.“ Sie ist kein Leugnen der Dunkelheit, sondern ein Bestehen auf dem Morgen.

Wer vom Positiven ausgeht, sät Hoffnung in die Zeit, gibt dem Anderen Raum, und sich selbst die Erlaubnis zu träumen.

Denn die Welt wird schöner, nicht durch das, was sie ist, sondern durch das, was wir in ihr zulassen.

Es kann losgehen

Fast wie ein Paradoxon zwischen Klarheit und Stillstand.

Eine Spannung zwischen innerer Entschlossenheit und äußerer Lähmung.

Man weiß, was man will, und doch bleibt man im Wartemodus, als wäre das bloße Handeln zu flach, zu mechanisch — eben Aktionismus, der das Eigentliche verfehlt.

Vor dem Start, wie bei einem Wettlauf, warten auf den Startschuss, oder die Initialzündung.

Man hat ja Vorhaben, Pläne, Ziele.

Hätte man dies nicht, wäre es als würde man in einen Bus einsteigen, der dann losfährt.

Es wäre das warten auf die Fortsetzung der Reise des Lebens.

Vielleicht ist es gerade dieses „Warten“, das eine Form von Tiefe sucht.

Nicht das blinde Tun, sondern das reife Reifenlassen.

Es ist ein Zustand, in dem das Wollen nicht gleich zur Tat wird, sondern sich erst durchdringt, durchdenkt, durchfühlt.

So entsteht nicht Aktionismus, sondern Resonanz.

Man könnte sagen: Ich warte nicht weil ich nichts weiß, ich warte weil ich weiß was ich will-und ich weiß dass dies dauern kann.

Ist die Zeit gekommen kann es losgehen.

Die Dramaturgie des Wartens, ein schöpferischer Zustand: nicht Passivität, sondern Vorbereitung.

Das Dahinter wird nicht erzwungen, sondern empfangen, wenn die Zeit reif ist.

Die Redewendung „die meiste Zeit des Lebens wartet der Mensch vergebens“ klingt wie eine resignative Bilanz, als sei das Leben ein endloses Warten auf etwas, das nie kommt.

Oder wie in Samuel Becketts “Warten auf Godot”.

Doch vielleicht ist das gar nicht die Wahrheit, sondern ein Echo der Ungeduld — jener inneren Unruhe, die das Warten als Mangel empfindet, nicht als Möglichkeit.

Ungeduld ist ein Verzerrungsglas der Zeit.

Sie lässt Minuten wie Stunden erscheinen und verkennt, dass auch das Warten selbst ein Teil des Lebens ist — nicht bloß ein Vorzimmer des „Eigentlichen“.

Warten ist nicht immer vergeblich.

Oft reift im Warten etwas Unsichtbares: ein Gedanke, eine Haltung, eine Bereitschaft.

Das Dahinter ist wie ein scheinbar leeres Intervall.

Die Frage ist nicht, wie viel wir warten, sondern wie wir warten.

Wer im Warten lebt, statt nur auf das Ende des Wartens zu hoffen, verwandelt die Zeit in Tiefe.

Vielleicht ist es also nicht das Warten, das vergeblich ist — sondern die Ungeduld, die es als vergeblich empfindet.

Das ” es kann losgehen” ist dann der Sprung in die Realität.

Die Reise nach dem Fahrplan des Schicksals geht weiter.

Einfach müde, abgeschlafft

Es klingt nach einem Moment tiefer Erschöpfung und ehrlicher Selbstwahrnehmung.

Das Skizzieren einer inneren Landschaft.

Die Frage nach dem “warum” ist wenig hilfreich. Hat man sich angesteckt, eine Grippe zugezogen, ist es Long Covid, irgendeine Schwäche? Die Antwort liegt zumeist in einem selbst.

Müdigkeit, das Gefühl des „kaputt Seins“, und zugleich die leise, aber klare Einsicht, dass man nicht immer weiter beschleunigen kann.

Wie in einem Bild von einem Rad, das sich nicht zurückdrehen lässt, aber dessen Gänge man herunterschalten kann.

Es spricht von Akzeptanz und zugleich von Handlungsspielraum.

Vielleicht ist das Herunterschalten kein Rückzug, sondern eine Form der Selbstfürsorge, ein Innehalten, das Raum schafft für das Wesentliche – für Resonanz, für Schönheit, für das „Dahinter“.

Die Ruhe, ein Sessel, einfach meditieren, den Gedanken freien Lauf lassen.

Es sind die kostbaren Momenteder Rückkehr zu sich selbst.

Ein Sessel ist nicht nur ein Möbelstück, sondern ein Ort des sich Sammeln könnens.

Die Ruhe, nicht als Abwesenheit von Geräuschen, sondern als innerer Zustand kann wohltuend sein.

Und die Gedanken, nicht als Pflicht zur Produktivität, sondern wie freie Vögel, die fliegen dürfen, wohin sie wollen.

„Herunterschaltens“, nicht Flucht, sondern die bewusste Zuwendung.

Ein Raum, in dem das „Dahinter“ sich zeigen kann – jenseits der Betriebsamkeit, jenseits der digitalen Ablenkung. Ein Raum, in dem man einfach Mensch ist.

Und diesen Raum und die Zeit dazu muss man sich einfach nehmen, um dann wieder mit neuer Kraft und neuen Ideen und Elan in die Realität einsteigen zu können.

Freudensprünge

Ein innerer Sonnenstrahl, der plötzlich durch die Wolken bricht.

Ein Moment, in dem die Schwere der Welt abfällt und man einfach nur tanzen, lachen oder hüpfen möchte –.ganz ohne ersichtlichen Grund, einfach weil das Leben es so will.

Vielleicht ist es ein Echo aus der Kindheit, als Unbeschwertheit noch der Normalzustand war.

Die Unbeschwertheit, die sich in Freudensprüngen äußert, ist mehr als ein flüchtiger Moment.

Sie ist ein Widerstand gegen die Schwere, ein Aufleuchten des Möglichen im Jetzt.

Unbeschwertheit ist kein Zustand der Welt, sondern eine Haltung zur Welt.

Sie entspringt nicht der Abwesenheit von Problemen, sondern dem Mut, sich für einen Augenblick über sie zu erheben.

Wer Freudensprünge macht, widersetzt sich der Gravitation des Alltags – nicht aus Ignoranz, sondern aus schöpferischer Freiheit.

In einer Welt, die oft von Ernst und Sorge durchdrungen ist, kann der Sprung zum Symbol werden.

Er hebt uns aus dem Kontinuum der Pflicht, hinein in den Augenblick der Freiheit.

Unbeschwertheit ist ein Akt der Selbstbestimmung – ein poetisches Nein zur Tyrannei des Immergleichen.

Oft getraut man sich dies nicht.

Dann auf einmal möchte man Musik laut hören, und einfach alles um einen herum vergessen, sein anderes “Ich” heraus lassen.

Oder beim Hausputz nimmt man den Besen und benutzt ihn wie ein Mikrofon ohne Publikum, singt und tanzt.

Allein, ohne Zuschauer, einfach ein paar Momente sich selbst sein, mit dem Gegengewicht zum Alltäglichen.

Es ist ein Frage des sich selbst “Zulassen”.

Die Monokultur des Funktionierens durchbrechen.

Dieses „Zulassen“ ist kein banaler Akt,

sondern ein stiller Triumph über die inneren Sozialisationsschatten und Schranken,

die uns oft davon abhalten, unser lebendiges Selbst zu zeigen.

Es ist das Aufblitzen des Authentischen im Schatten des Gewöhnlichen.

schockiert?

Eine Art resignierte Klarheit, die sich einstellt, wenn die Welt zu oft über die eigenen inneren Grenzen hinweggeht.

Es ist, als ob sich die Seele in einen Zustand der Überforderung zurückzieht, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz.

Die Schockgrenze ist nicht verschwunden, sie ist nur stumpf geworden, durch zu viele Erschütterungen.

Vielleicht liegt es nur am Wahrnehmen dessen was man sieht und erlebt, man stumpft ab.

Das emotionale Aufprallen von News, Ereignissen, Katastrophen, Schicksalen versetzt einem nicht mehr in den Zustand der Fassungslosigkeit, sondern eher in ein inneres Entsetzen.

Man möchte die Augen verschließen und sich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren.

Dieses Bedürfnis ist kein Rückzug, sondern eher ein Akt der Selbstbehauptung.

Es ist kein Fliehen, sondern ein Widerstand gegen die Tyrannei des Negativen.

Das Fokussierten auf das Schöne wird zur stillen Revolte.

Schockiert, im Sinne von entsetzt, aber nicht fassungslos.

Ein Zustand der wachen Betroffenheit, in dem man sich nicht lähmen lässt, sondern gerade aus dem Schmerz heraus schöpferisch wird.

Es ist der Moment, in dem die Seele nicht kapituliert, sondern sich neu ausrichtet:.

Nicht in blinder Hoffnung, sondern in bewusstem Widerstand gegen das Zersetzende.

Die Gegenkultur des Positiven ist kein naives Schönreden, sondern ein aktives Kultivieren dessen, was trägt—Würde, Mitgefühl, Resonanz, Kunst, Stille.

Ein bewusster Kontrapunkt zur Überwältigung durch die Negativität.

Ein Lächeln als subversive Geste, kann dem Üblen die Sprache nehmen.

Nicht aus Naivität, sondern absichtlich, bewusst, aus einer tiefen inneren Kraft heraus, dem Dunkel nicht mit Dunkel zu begegnen, sondern mit Licht, das nicht blendet, sondern wärmt.

Ein Lächeln lässt sich nicht vom Negativen definieren.

Es ist eine Form der aktiven Präsenz, die dem lähmenden Schock die Stirn bietet—nicht durch Abwehr, sondern durch Öffnung.

Es ist die Entscheidung, Resonanz zu schaffen, wo Verstummen droht.

Das Lebenspuzzle

„Das Puzzle des Lebens“ – ein Bild mit vielen Bedeutungen.

Ein Puzzle verweist auf Fragmentierungen hin, zeigt die Suche nach Sinn, das Ringen um Kohärenz.

Jeder Mensch erhält Teile – Erfahrungen, Erinnerungen, Beziehungen – aber kein fertiges Bild.

Manche Teile passen scheinbar nicht zusammen, andere fehlen.

Was ist das Bild?

Wer ist Suchender und wer Gesuchter?

Das Schicksal wirft uns mental in ein Puzzle, das wir erst sortieren müssen.

Puzzles haben alle Schattierungen, Licht und Schatten, die Dunkelheit und das grelle Licht von Neonscheinwerfern, die brennende Sonne und den plätschernden Regen.

Das Bild bleibt oft ein Geheimnis und der Rahmen ist nicht greifbar, er ist nach allen Dimensionen offen.

Dokumente, Spuren, Erzählungen, Erinnerungen, alte Fotos.

Letztlich auch unsere eigene Lebensgeschichte und die DNA,

die eigene Sozialisation.

Das Schicksal wirft uns nicht in Bahnen,

sondern in Teile, die verstreut sind, in Splitter von Bildern, die wir erst erahnen müssen.

Wir konstruieren und rekonstruieren Lebensbilder und letztlich ist das alles nur die Resonanz des Unfertigen.

Der Blick von “dahinter”

Der Blick von „dahinter“ könnte bedeuten, etwas aus einer tieferen, verborgenen Perspektive zu betrachten – etwa aus dem Unterbewusstsein oder aus einer inneren Haltung heraus.

Es könnte sich um eine Sichtweise handeln, die hinter den offensichtlichen Dingen liegt – ein Versuch, die Wahrheit hinter der Fassade zu erkennen.

Ganz wörtlich könnte es sich um eine Perspektive handeln, die von hinten auf etwas schaut – etwa „der Blick hinter die Bühne“ oder „hinter die Kulissen“.

In der Kunst oder Literatur kann „der Blick von dahinter“ eine Perspektive sein, die nicht dem üblichen Blickwinkel entspricht – eine Einladung, Dinge anders zu sehen.

Was für den einen „dahinter“ liegt, kann für den anderen „davor“ sein – je nachdem, wo man steht, was man sieht, und was man bereit ist zu erkennen.

Dahinter“ trägt oft die Konnotation des Geheimen, des Nicht-Offensichtlichen.

Es ist das, was sich dem direkten Blick entzieht – sei es aus Schutz, aus Angst oder aus Absicht.

Manchmal ist „dahinter“ nicht nur verborgen, sondern bewusst verschleiert – durch Ideologien, Narrative, oder persönliche Projektionen.

Geht man in einen Zoo an ein Affengehege, so kann man das Gefühl bekommen nicht zu wissen wer denn jetzt wirklich davor oder dahinter ist. Für die Tiere kommen wieder die Zoobesucher, gaffen sie alle an und verschwinden wieder.

Der Schleier kann aus Nebel bestehen oder aus Glas – durchsichtig, aber verzerrend.

Dahinter beginnt das, was wir oft nicht sehen wollen, oder nicht sehen können, weil unser Standpunkt dieses verbietet.

„Dahinter“

“Dahinter ist kein Ort, sondern ein Flimmern im Blick. Für den einen: Schatten. Für den anderen: Licht.

Was man verbirgt, ist für Andere offenbar. Was verdrängt wird , siehst ganz klar aus

Dahinter liegt nicht hinten, sondern etwas jenseits der eigenen Sichtweise.

Ein Raum aus Fragen.”

Dahinter und davor sind Essays:

Der Schleier – Über die Natur der Verzerrung: Glas, Nebel, Ideologie – Was macht einen Schleier aus? Ist er Schutz oder Täuschung?

Das Gehege – Perspektivwechsel: Wer beobachtet wen? – Der Zoo als Metapher für soziale Rollen und Projektionen

Das Dahinter – Das Verdrängte, das Unbequeme, das Unheimliche – Erkenntnisgrenzen und verbotene Blickwinkel

Der Standpunkt – Wie unsere Position unsere Wahrnehmung formt – Reflexion über das Sehen und Gesehenwerden

Die Umkehrung – Wenn das Dahinter plötzlich davor tritt – Offenbarung, Entlarvung, Befreiung

Herbstlaunen

„Herbstlaunen“

Es ruft sofort Assoziationen hervor: goldene Blätter, neblige Morgen, der Duft von Regen und Tee, ein Hauch von Melancholie und doch auch Gemütlichkeit

Der Herbst ist eine Jahreszeit voller Kontraste: draußen wird es kühler und dunkler, drinnen wärmer und heimeliger. Hier sind einige typische Aktivitäten, die den Herbst besonders machen:

Die Wälder leuchten in Rot, Gelb und Orange.

Pilze sammeln, mit Korb und Messer durch den Wald streifen – aber nur mit Kenntnis oder Begleitung, denn nicht alle Pilze sind harmlos, manche kann man nur einmal essen.

Die Zeit des mit Kastanien und Eicheln basteln.

An vielen Orten wird Erntedank, Weinlese oder Kürbisfeste mit regionalen Spezialitäten gefeiert.

Der Herbst des Lebens kann viele schöne Überraschungen bieten, aber auch Gebrechlichkeit

Jeder Herbst, ob als Jahreszeit oder Lebensabschnitt, ist eben nicht nur golden.

Er ist auch grau, kühl, manchmal unbequem.

Die „Rechnung des Herbstes“ zeigt, dass Wärme, Genuss und Sicherheit nicht selbstverständlich sind.

Wenn das Auto streikt, die Strompreise steigen und der Einkauf zur Belastung wird, verliert der Herbst seine Romantik und zeigt seine raue Seite.

Viele Tiere verlieren ihr Leben, weil manche Menschen immer noch meinen sie seien Jäger, nicht nur Sammler.

Für sie ist die Herbstzeit Jagdzeit.

Man kann nicht sagen dass ein kleines Reh herzig ist und dann werden seine Eltern gejagt.

Der größte Feind der Schafe wütet wieder, es ist nicht der Wolf, es ist der Schäfer.

Und doch: gerade in dieser Brüchigkeit liegt auch Tiefe.

Die Launen des Herbstes machen vor nichts halt.

Die Zeit der Reife und Rückschau bringt nicht nur Gebrechlichkeit, sondern auch Klarheit, Gelassenheit und manchmal eine stille Schönheit, die im Sommer übersehen wird.

Der Herbst des Lebens ist nicht nur ein Abstieg – er ist auch ein Leuchten vor dem Winter.

Wie die Natur sich in Farben kleidet, so kann auch das Alter eine Zeit der Schönheit, Tiefe und Würde sein.

Es ist die Zeit, in der man nicht mehr alles muss, sondern vieles darf,

und,

man kann die Launen des Herbstes mit Gelassenheit sehen, wissend, dass nach dem Herbst der Winter und dann wieder der Frühling kommen wird.

und auch in der Politik lassen sich die Gewalten und Jahreszeiten erleben.

Das Laub fällt herunter, verliert zuvor sehr schnell an Farbe.

Plafonieren

Beschränken, deckeln, drosseln.

Plafonieren scheint ” in ” zu sein.

ES klingt technokratischer, bürokratischer – fast wie ein Fachbegriff.

Oft verwendet, wenn es um Budgetgrenzen, Preisdeckel, oder CO₂-Emissionen geht.

In der Schweiz und in Österreich ist „plafonieren“ schon länger gebräuchlich, in Deutschland scheint es gerade erst „in Mode“ zu kommen.

Es wirkt präzise und neutral – ideal für politische Kommunikation.

Das Wort vermeidet die emotionalen Konnotationen von „drosseln“ (klingt nach Einschränkung) oder „deckeln“ (klingt nach Zwang).

Es passt gut in den Trend zur technokratischen Sprache, die komplexe Maßnahmen möglichst nüchtern beschreibt.

„Plafonieren“ ist ein Begriff, der präzise und vielseitig einsetzbar ist – von Sozialpolitik über Infrastruktur bis hin zu Kultur und Militär.

Er vermittelt eine nüchterne, sachliche Begrenzung.

Die Geburt – ein Moment radikaler Freiheit.

Noch unberührt von Normen, Erwartungen, Zwängen.

Doch kaum beginnt das Leben, beginnt auch die Einpassung: Sprache, Benehmen, Rollenbilder.

Die Sozialisation ist nicht nur ein Lernen, sondern ein Formen – ein Zuschneiden auf das gesellschaftlich Erwünschte.

Mit der Zeit entstehen nicht nur Regeln, sondern Meta-Regeln:

Vorschriften, wie Vorschriften zu machen sind. Bürokratien, Protokolle, Standards.

Die Regelungsdichte wächst nicht linear, sondern exponentiell. Und mit ihr die Reibung – das System beginnt, sich selbst zu lähmen.

Doch diese Lähmung ist nicht immer ein Fehler.

Sie kann gewollt sein: zur Kontrolle, zur Stabilisierung, zur Machtbewahrung.

Ein dichtes Netz schützt – aber es fesselt auch.

Wer sich darin bewegt, muss sich ducken, schlängeln, anpassen.

Die Frage ist: Wo bleibt die Freiheit?

Ist sie ein Mythos, ein Anfangszustand, den man nie zurückgewinnt?

Oder liegt sie gerade im bewussten Umgang mit dem Netz – im Erkennen, im Durchschauen, im punktuellen Ausbrechen?