
Manche Momente stehen zwischen Bewegung und Erinnerung, fast wie Fenster in eine Szene, die gleichzeitig stattfindet und schon vergangen ist.
Aufbruch, Einbruch, Abbruch — drei Richtungen derselben inneren Erschütterung.
Das eine verlangt Loslassen, das andere nimmt uns etwas, und der Aufbruch schließlich ist der Mut zum Neubeginn.
In diesem Zwischenraum leuchtet das Leben auf.
Augenblicke, der sich nicht festhalten lassen..
Manche verstehen unter Aufbruch einfach, dass es losgeht — mit Plan, ohne Plan, geführt von innen oder fremdbestimmt von außen.
Für die einen ist es ein Schritt ins Offene, für andere ein Schubs, den sie nicht wollten.
Im Wort Aufbruch steckt auch das Aufbrechen:
Altes, Verkrustetes, Festgefahrenes wird geöffnet, wie eine Schicht, die zu lange hart geworden ist. Bürokratie, Gewohnheit, Angst — all das kann aufbrechen, damit etwas Neues überhaupt Luft bekommt.
Aufbruch ist nie nur Bewegung nach vorn.
Er ist auch ein Riss, ein Übergang, ein Moment der Unsicherheit.
Er kann Befreiung sein oder Verlust, ein selbst gewählter Schritt oder ein erzwungener.
Doch im Kern trägt er immer denselben Funken: den Beginn von etwas, das vorher nicht möglich war.
Und da haben wir noch einiges vor.
Das Wort Aufbruch wird oft verwendet, besonders von Politikerinnen und Politikern.
Doch was sie meinen, ist selten das, was das Wort eigentlich trägt.
Sie sprechen vom Fortschritt, der angeblich nur mit ihnen möglich sei, vom großen Schritt nach vorn, der sich an ihre Versprechen bindet.
So wird Aufbruch zu einem Etikett, das man auf Programme klebt, nicht zu dem, was das Wort eigentlich bedeutet.
Aber Aufbruch ist mehr als ein Slogan.
Er ist kein Marketingwort für Programme.
Im Aufbruch steckt das Aufbrechen: das Öffnen von Verkrustungen, das Lösen alter Strukturen, das Durchbrechen von Bürokratie, Gewohnheit, Stillstand.
Echter Aufbruch beginnt nicht auf Podien, sondern in Menschen, in Bewegungen, in Momenten, in denen etwas Altes nicht mehr trägt und etwas Neues noch keinen Namen hat..enn echter Aufbruch ist nicht exklusiv.
Er gehört niemandem.
Er entsteht dort, wo Menschen etwas Altes hinter sich lassen, wo Strukturen aufbrechen, wo Neues möglich wird, selbstbestimmt oder gegen den eigenen Willen.
Politische Sprache versucht oft, diesen Zwischenraum zu besetzen.
Doch der wahre Aufbruch bleibt ein innerer Prozess.
Und dazu muss man auch aus der Vergangenheit und seinen Erinnerungen lernen.







