Der Tanz um den Brei

Viele Köche verderben den Brei.

Nicht kulinarisch, sondern gemeint ist der Brei des Lebens.

Der Brei sind nicht nur die Aktien, die Bitcoins, das Geld,

es ist alles aus dem man Profit machen kann.

Spekulationsobjekte, Anlagen und alles etwas Versprechendes.
Jederkocht seine eigene Suppe,
würzt sie nach den Gesetzen des Marktes
und hofft, daraus Gewinn zu schöpfen.

Die Zutaten werden ausgetauscht,
Rezepturen vereinfacht, Kosten reduziert.
Was fehlt, wird durch Verpackung ersetzt.
Glanz überdeckt den Mangel,
Schein verdrängt das Sein.

Dann entsteht jener Brei,
von dem jeder etwas kosten möchte.
Ein Kessel voller Versprechen,
umringt von hungrigen Blicken.

Sie kreisen darum wie Tänzer um ein Feuer,
warten auf eine Lücke, einen Augenblick der Unachtsamkeit,
auf die Gelegenheit, den Löffel einzutauchen
und ihren Anteil zu sichern.

Nicht immer zählen dabei Anstand oder Maß.
Wo der Brei reichhaltig erscheint,
werden Grenzen dehnbar
und Prinzipien erstaunlich beweglich.

So rührt jeder im selben Topf,
spricht von Gemeinschaft, meint jedoch den eigenen Teller.
Und während der Brei immer dünner wird,
wächst die Zahl jener, die behaupten, ihn gekocht zu haben.

Wo viele Köche gleichzeitig meinen kochen zu müssen, kann dieser leicht versalzen werden.
Doch jeder Koch verkauft seine eigene Suppe als Delikatesse.
Die Zutaten werden günstiger, die Verpackungen schöner,
der Gewinn größer und die Wahrheit kleiner.


Und am Ende bleibt oft die Erkenntnis:
Der Brei war nie für alle gedacht.

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