
Erinnerungen.
Nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Spuren vergangener Begegnungen.
Kleine Zeichen, eingeprägt wie Narben der Zeit. Fragmente von Worten, Blicken und unausgesprochenen Fragen.
Im Leben sieht man vieles: Straßen voller Hoffnungen, Fenster voller Sehnsucht und Menschen, die nach ihrem Platz suchen.
Wege kreuzen sich, verlieren sich, finden wieder zusammen.
Die Augen sind meist offen, doch der Blick geht nicht immer nach außen.
Oft führt er nach innen. Dorthin, wo die Landschaften der Erinnerung liegen und wo Erfahrungen zu Geschichten werden.
Als Kind, als Erwachsener, vielleicht selbst noch im Alter, bleibt der Mensch ein Wanderer zwischen den Welten.
Zwischen Gestern und Morgen.
Zwischen Wirklichkeit und Vorstellung.
Zwischen dem, was war, und dem, was noch werden könnte.
In uns stehen unsichtbare Leitern.
Nicht, um auf Dächer zu steigen, sondern um zwischen den Ebenen des Daseins zu wechseln.
Zwischen dem Sichtbaren und dem Gedachten.
Zwischen dem Erlebten und dem Erträumten.
Es sind Wege, die nirgendwo beginnen und nirgendwo enden.
Wege aus Gedanken, Erinnerungen und Träumen.
Wer ihnen folgt, begegnet nicht der Welt allein.
Er begegnet sich selbst.
Denn der Mensch besteht nicht aus einem Gesicht, sondern aus vielen.
Manche sprechen, manche schweigen. Manche erinnern sich, manche hoffen.
Manche tragen Wunden, andere Licht.
Erst gemeinsam ergeben sie das Bild eines Lebens.