Der Hase und das Glück

Aus der Sicht eines kleinen Tierchen mag die Welt ein unüberschaubares Dickicht sein.

Der Hase ist ein Tier der Übergänge: zwischen Licht und Schatten, zwischen Vorsicht und Mut, zwischen Flucht und Ankunft.

Er taucht auf, wenn man ihn nicht erwartet, und verschwindet, wenn man ihn festhalten will.

Das Glück erscheint wie ein Hase: plötzlich, leise, und oft nur am Rand des Blickfelds.

Wer Glück sucht, muss aufmerksam sein, aber nicht verkrampft.

Glück ist kein Zustand, sondern ein Rhythmus.

Der Hase kommt näher, wenn man selbst stiller wird.

Es isteine FRage des Vertrauen Verdienens.

Glück ist nicht nur der Hase selbst, sondern auch die Wiese, die er bewohnt.

Es ist die Umgebung, die ihn möglich macht, eine Landschaft, die nicht vermessen ist.

Manchmal sitzt das Glück im Gras, kaum mehr als ein Zittern im Licht.

Und wenn du dich ihm näherst, springt es nicht davon — es zeigt dir nur, wie leicht man werden kann.

Eine kleine Geschichte:

Der Hase erschien nicht, weil jemand ihn rief, sondern weil die Wiese einen Moment lang still genug war, um Glück zu tragen.

Er saß dort, als hätte ihn das Licht hingesetzt: ein kleines, atmendes Fragezeichen im Gras. Und doch war nichts zu fragen.

Der Wind strich über seinen Rücken, und in diesem Streifen aus Bewegung lag ein Versprechen, das niemand aussprach.

Für einen Augenblick war alles leicht: die Erde unter den Pfoten, der Himmel über den Ohren, und die Welt dazwischen ein Raum, in dem man nicht suchen musste.

Dann hoppelte er weiter — nicht fort, sondern nur anderswohin. Das Glück blieb zurück, als feiner Abdruck im Gras, den nur sieht, wer langsam genug geht.

Und manchmal hat man das grosse Glück dass der Hase bei einem seinen Platz gefunden hat.

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