
Abriss, irgend etwas wird seiner Funktion beraubt.
Eine Verbindung wird unterbrochen, ein Telefonat endet, ein Gebäude wird abgerissen.
Bei Eintrittskarten wird ein perforierter Teil abgerissen.
Manchmal beginnen Vorträge mit einer Kurzfassung, einem Abriss dessen was erzählt oder vorgetragen wird.
Ein Wort mit vielen bedeutungen.
Abriss bedeutet im Zwischenmenschlichen meist einen plötzlichen, radikalen Bruch – emotional, kommunikativ oder im Vertrauensverhältnis.
Es ist ein Wort, das Härte trägt: etwas wird nicht einfach beendet, sondern abgerissen, also mit Kraft und ohne Rücksicht auf Kontinuität.
Ein abrupter Abbruch einer Beziehung oder Freundschaft kommt manchmal ohne Vorwarnung, und ist manchmal mit einem einzigen Ereignis verbunden. So, wie “Nach dem Streit gab es einen kompletten Abriss zwischen uns.“
Leider geschieht dies auch in der Politik und werden aus diplomatischen Gesprächen Konflikte und Kriege.
Wenn Gespräche plötzlich enden, Nachrichten unbeantwortet bleiben, der Kontakt „einfach weg“ ist, dann ist der Abriss da.
Es beschreibt nicht nur Schweigen, sondern den Moment, in dem die Verbindung reißt.
In der Politik müssen dann andere Staaten als Vermittler einspringen.
Ein Ereignis oder Verhalten kann Vertrauen so stark zerstören, dass es nicht mehr reparabel wirkt.
Abriss meint hier: Das Fundament ist weg.
Das Wort wird auch positiv verwendet:
Ein Abriss kann bedeuten, dass man alte Muster, Rollen oder Dynamiken bewusst hinter sich lässt, um neu zu beginnen.
Abriss ist kein sanftes Wort.
Es trägt die Vorstellung von Gewalt gegen Struktur.
Zwischen Menschen heißt das, etwas war da, es hatte Form, und nun ist es weggerissen, nicht einfach „beendet“.
Ein Trost ist, daß nach jedem Abriss etwas Neues kommt.
Die Welt dreht sich immer weiter und das Schicksal nimmt seinen Lauf
und besiegelt die Endlichkeit aller Dinge, auch wenn wir meinen, daß diese noch so wichtig seien.
Bei allem gilt:
“Ein Knopf der abgerissen ist, kann immer wieder neu angenäht werden”