Die Planer

Das Leben ist nicht immer wie ein Schachspiel, in dem die Planer die Figuren setzen und versuchen vorraus zu berechnen welche Züge die anderen haben werden.

Viel wichtiger ist zu wissen was man selbst wirklich will.

Ein Kompass oder ein Sextant gibt klare Orientierung: Norden bleibt Norden, Sterne bleiben Sterne.

Wer solche Instrumente beherrscht, findet seinen Weg, selbst wenn die Umgebung chaotisch wirkt.

Im Leben dagegen sind die „Himmelsrichtungen“ oft weniger eindeutig.

Es gibt keine magnetische Nadel, die zuverlässig zeigt, wohin wir gehen sollen.

Entscheidungen hängen von Gefühlen, Erfahrungen, Zufällen, Menschen und manchmal schlicht vom Mut ab, einen Schritt zu machen, obwohl man die Karte nicht kennt.

Aber geht dies planlos?

Was ist schon geplant und wenn von wem?

Ist Planen der Zustand, in dem alles klar wirkt:

Ziele, Schritte, Zeitplan.

Man fühlt sich souverän, fast wie jemand, der mit Karte und Kompass unterwegs ist.

Aber: Zu viel Planung kann auch starr machen.

Das Leben hält sich selten an Excel-Tabellen und Algorithmen sind nicht das Nonplusultra.

Man scheint oft verplant zu sein.

Eigentlich ist oder scheint man organisiert, aber das Leben grätscht dazwischen.

Termine überschneiden sich, Prioritäten verschieben sich, und plötzlich rennt man hinterher.

Das ist menschlich — und oft ein Zeichen dafür, dass man viel will oder viel trägt.

Planlos zu sein kann chaotisch wirken , aber es bedeutet auch Freiheit.

Planlosigkeit kann ein Übergang sein, ein Reset, ein Moment, in dem man wieder spürt, was man wirklich will. Manchmal entsteht gerade aus der Planlosigkeit die klarste Richtung.

Nicht alles ist “Plan”.

Oft kommen Ereignisse auf einem zu, mit denen man nie gerechnet hatte, Unwahrscheinlichkeiten,

oder,

man hatte irgendetwas in seinem Plan übersehen, den kleinen Faktor x, der letztlich entscheidend sein könnte.

Die meisten Menschen pendeln zwischen allen Planungszuständen.

Vielleicht ist die eigentliche Kunst nicht, immer geplant und verplant zu sein,

sondern zu wissen, wann welcher Zustand gerade okay ist.

Vermutlich liegt die Lösung darin, dass der eigene Plan bedeutet eben keinen Plan zu haben,

und auf sich selbst zu vertrauen.

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