Abriss

Abriss, irgend etwas wird seiner Funktion beraubt.

Eine Verbindung wird unterbrochen, ein Telefonat endet, ein Gebäude wird abgerissen.

Bei Eintrittskarten wird ein perforierter Teil abgerissen.

Manchmal beginnen Vorträge mit einer Kurzfassung, einem Abriss dessen was erzählt oder vorgetragen wird.

Ein Wort mit vielen bedeutungen.

Abriss bedeutet im Zwischenmenschlichen meist einen plötzlichen, radikalen Bruch – emotional, kommunikativ oder im Vertrauensverhältnis.

Es ist ein Wort, das Härte trägt: etwas wird nicht einfach beendet, sondern abgerissen, also mit Kraft und ohne Rücksicht auf Kontinuität.

Ein abrupter Abbruch einer Beziehung oder Freundschaft kommt manchmal ohne Vorwarnung, und ist manchmal mit einem einzigen Ereignis verbunden. So, wie “Nach dem Streit gab es einen kompletten Abriss zwischen uns.“

Leider geschieht dies auch in der Politik und werden aus diplomatischen Gesprächen Konflikte und Kriege.

Wenn Gespräche plötzlich enden, Nachrichten unbeantwortet bleiben, der Kontakt „einfach weg“ ist, dann ist der Abriss da.

Es beschreibt nicht nur Schweigen, sondern den Moment, in dem die Verbindung reißt.

In der Politik müssen dann andere Staaten als Vermittler einspringen.

Ein Ereignis oder Verhalten kann Vertrauen so stark zerstören, dass es nicht mehr reparabel wirkt.

Abriss meint hier: Das Fundament ist weg.

Das Wort wird auch positiv verwendet:

Ein Abriss kann bedeuten, dass man alte Muster, Rollen oder Dynamiken bewusst hinter sich lässt, um neu zu beginnen.

Abriss ist kein sanftes Wort.

Es trägt die Vorstellung von Gewalt gegen Struktur.

Zwischen Menschen heißt das, etwas war da, es hatte Form, und nun ist es weggerissen, nicht einfach „beendet“.

Ein Trost ist, daß nach jedem Abriss etwas Neues kommt.

Die Welt dreht sich immer weiter und das Schicksal nimmt seinen Lauf

und besiegelt die Endlichkeit aller Dinge, auch wenn wir meinen, daß diese noch so wichtig seien.

Bei allem gilt:

“Ein Knopf der abgerissen ist, kann immer wieder neu angenäht werden”

Atemzüge

Manchmal kommen archaische Erinnerungen und mischen sich mit zeitgenössischem Ausdruck.

Menschen, die man aus der Oberflächlichkeit heraus sieht wirken wie Schatten aus einer fernen Zeit — Tänzer, Musiker, vielleicht Schamanen —, die in einer rituellen Bewegung der Vergangenheit miteinander verbunden sind.

Gravuren aus einer Höhlenwand, während die Farben – Orange, Grün, Rot – eine vibrierende Energie erzeugen, als würde das Leben selbst pulsieren.

Man könnte sagen, die Erinnerung gibt einem Erzählungen über Gemeinschaft und Rhythmus,

über das Ursprüngliche im Menschen, das sich durch Tanz und Zeichen ausdrückt.

Momente der Übergänge von Chaos zu Ordnung, von Einzelnen zu einem Kollektiv, von Stille zu Klang.

Vielleicht sind es Geschichten von Festen am Anfang der Welt,

oder ein inneres Ritual, das die Verbindung zwischen Körper, Bewegung und Erinnerung feiert.

Es sind Fensterblicken in einen Rhythmus und Wechselspiel von Ruhe und Impuls, ein stiller Raum, ein plötzliches Aufleuchten,

ein vorbeiziehender Schatten, ein Windstoß, der die Szene verändert.

Dieser Rhythmus ist nicht mechanisch, sondern organisch, fast musikalisch — ein Atemzug der Welt.

Diese Fensterblicke bewegen sich nicht nur optisch, sondern existentiell, vom Sichtbaren zum Symbolischen, vom Ich zum Außen,

vom Moment zur Erinnerung, eben metaphorische Bewegungen des alltäglichen unterbewussten Denkens.

Es ist der Atemzug der Welt.