Wo Gedanken Farbe werden

Manche Menschen haben Fähigkeite zur Synästhesie, abgeleitet von den griechischen Worten „syn“ (zusammen) und „aisthesis“ (Empfinden).

Sie haben eine besondere Form der Wahrnehmung – ein neurologisches Phänomen und keine Krankheit.

Dabei vermischen sich verschiedene Sinneseindrücke zu einer Wahrnehmung.

Ein Reiz ruft nicht nur die erwartete Reaktion eines Sinnes hervor, sondern auch mindestens eine weitere.

Das Ergebnis sind außergewöhnliche Kombinationen von Wahrnehmungen – wie zum Beispiel das Schmecken von Tönen oder Wörtern.

Assoziationen, die unsere Sinne anregen.

Wenn Gedanken zu Farben werden, malt der Kopf die Welt neu an.

Manche Tage glühen wie Feuer, andere ziehen einem herunter, in die Schatten.

Gesichter, die sich färben, ohne dass ein Wort sie fällt.

Rot vor Wut, heiß und heftig, bleich vor Schreck, wenn die Angst einem berührt.

Alles wird Farbe, wenn das Leben lauter spricht.

Manchmal strahlt es hell wie Hoffnung, manchmal bricht es das Licht.

Doch man trägt die Farbpalette weiter, auch wenn es schwer ist, sie zu sehen.

Denn wenn Gedanken zu Farben werden, kann man durch sie weitergehen.

Man lernt, die Töne zu lesen, die keiner sagt, doch jeder meint.

Ein Blick, ein Zucken, eine Stille, die sich wie kalter Nebel zeigt.

Und irgendwo in all den Schichten liegt ein Funken, der einem hält.

Ein kleines Blau, das Ruhe flüstert, ein warmes Gelb, das alles erhellt.

Und wenn die Farben überlaufen, und man nicht weiß, wohin damit, dann malt man weiter, Strich für Strich, bis wieder etwas Ordnung eintritt.

Alles in einem kann zu Farbe werden und man lernt sie zu verstehen. Rot und Weiß und all die Schatten, die mit einem durchs Leben geh’n.

Man muss denken: “Ich halt die Palette fester, auch wenn’s stürmt in meinem Sinn. Denn wenn Gedanken zu Farben werden, weiß ich: Ich find meinen Weg darin”.

Leave a comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.