Das Gesicht der ungesagten Dinge

Man kann vieles mit Worten ausdrücken, aber manchmal ist das Nonverbale ausdruckskräftiger, deutlicher.

Schweigen ist nicht einfach die Abwesenheit von Worten.

Es ist ein eigener Ausdruck, ein eigenes Medium, manchmal sogar eine eigene Sprache.

Nonverbale Kommunikation spricht direkt zu unseren Sinnen:

  • Ein Blick kann ehrlicher sein als ein Satz.
  • Eine Geste kann trösten, wo Worte versagen.
  • Eine Stille kann verbinden, wenn zwei Menschen sich wirklich sehen.

Schweigen ist nicht leer.

Es ist gefüllt mit Bedeutung, mit Atmosphäre, mit dem, was zwischen den Zeilen lebt.

Schweigen hat jedoch mehrere Seiten.

Die Frage, die sich oft stellt ist die warum wir oft schweigen.

Reden ist Silber, schweigen ist Gold, so heisst es im Volksmund.

Aber ist dieses Verhalten tatsächlich richtig?

Warum tun wir es oder auch nicht?

Aus Rücksicht, Angst, jemanden zu verletzen, Furcht uns selbst zu entblößen, oder aus dem Wunsch, Harmonie zu bewahren, vielleicht auch völlig falsch zu liegen.

Aus der Sorge, „falsch“ zu liegen.

Schweigen ist manchmal tatsächlich Gold – aber nur, wenn es schützt, nicht wenn es uns innerlich auffrisst.

Und doch gibt es Momente, in denen das Schweigen schwerer wird als das Risiko des Sprechens.

Momente, in denen etwas in uns sagt: „Wenn ich das jetzt nicht ausspreche, verrate ich mich selbst.“

Das sind die Situationen, in denen Worte nicht mehr nur Kommunikation sind, sondern Haltung.

Es gibt Situationen, in denen Schweigen nicht mehr Taktgefühl ist, sondern Selbstverleugnung:

Wenn etwas Unrecht ist – und du es siehst.

Wenn du verletzt bist – und es dich innerlich zerfrisst.

Wenn eine Beziehung (egal welcher Art) nur funktioniert, weil du dich klein machst.

Wenn deine Wahrheit niemanden zerstört, aber dein Schweigen dich zerstört.

Wenn Klarheit heilsamer wäre als Harmonie.

Spricht man, ist man authentisch.

Man kann Dinge ansprechen, ohne jemanden zu verletzen.

Man kann ehrlich sein, ohne brutal zu sein.

Man kann Grenzen setzen, ohne Mauern zu bauen.

Es ist ein leiser Mut.

Ein Mut, der nicht schreit, sondern steht.

Nicht „Soll ich sprechen?“, sondern Was passiert mit mir, wenn ich es nicht tue?

Die ungesagten Dinge dürfen nicht an einem nagen und belasten.

Letztlich muss man selbst entscheiden ob man schweigt oder etwas ausspricht, wenn es sein muss auch das Unbequeme.

Es ist die Freiheit nicht eine Marionette zu sein.

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