
Die Metamorphoses (Verwandlungen) des römischen Dichters Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. – 17/18 n. Chr.) gehören zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur.
Durch die verschiedenen Verwandlungen seiner Figuren zeigt Ovid, wie die Welt sich ständig im Wandel befindet und nichts für immer bestehen bleibt.
Dieser zentrale Aspekt spiegelt die Vorstellung wider, dass alles einem ewigen Kreislauf von Entstehen und Vergehen unterliegt.
Umwandlungen, Veränderungen, nicht nur physisch , auch mental gehören zu den immer wiederkehrenden Seiten des Seins.
Es gibt eine Dimension der Metamorphose, die weit über das Sichtbare hinausgeht.
Zustände, Bewusstseinsräume, die ineinander übergehen, ohne sich je ganz zu verlieren.
Das Motiv der Verwandlung ist nicht nur als ästhetisches Prinzip zu sehen, sondern als Grundbewegung des Daseins.
Die Metamorphose ist eine Grundform des Seins.
Veränderungen sind nicht nur episodisch, sondern ein permanenter Unterstrom.
Formen lösen sich auf, werden neu zusammengesetzt, wie im Bild die geometrischen Fragmente, die ein Gesicht bilden und zugleich zerlegen.
Stimmungen wandern, überlagern sich, kippen, wie die Farbflächen, die sich nicht entscheiden müssen, ob sie Hintergrund oder Ausdruck sind.
Die Identität ist kein Block, sondern ein Geflecht, das sich ständig neu ordnet.
Eine Veränderung im Inneren erzeugt eine Verschiebung im Äußeren – und umgekehrt.
Eine Metamorphose ist Zustand zwischen Zuständen, ein Schweben, ein Werden ohne Ankunft.
Eine Mentale Metamorphose ist oft unsichtbar, aber im Leben bekommt sie Form:
Alte Muster brechen auf.
Fragmente finden neue Verbindungen.
Mehrere Identitäten koexistieren, ohne sich auszuschließen.
Grenzen zwischen Innen und Außen werden porös.
Veränderung sind kein Verlust, sondern ein Erweitern. Ein Mehr an Möglichkeiten.
Das Leben bietet in seinem Auf und Ab nicht vorhersehbare, nicht kalkulierte Veränderungen , Verwandlungen,
die das Leben erst recht interessant machen.
Nichts bleibt wie es ist und war.