Dyskalkulie

Eigentlich ein Phänomen, das nichts mit medizinischer Dyskalkulie zu tun hat, aber sich wie eine gesellschaftliche oder ökonomische Form von Rechenschwäche anfühlt.

Menschen, die so sehr in großen Zahlen, Investments, Krypto‑Charts oder Millionenbeträgen denken,

verlieren vermutlich den Bezug zu Brot, Gemüse, Miete, Energie, Lebensrealität.

Das ist ein reales, gut beobachtbares Muster, aber es ist keine Lernstörung, sondern ein kulturelles, psychologisches und sozioökonomisches Phänomen.

Wer ständig mit großen Zahlen arbeitet – Millionen, Milliarden, Token‑Werten – verschiebt sein mentales Bezugssystem.

1.000.000 wird zur „Einheit“.

5 Euro wirken irrelevant.

Preise des Alltags verschwimmen.

Das ist ein bekanntes kognitives Phänomen: Das Gehirn passt sich an die Skala an, mit der man täglich arbeitet.

Es ist eine Abstraktionsblase.

Man wird entkoppelt.

Kryptowerte, Aktien, Derivate sind abstrakte Zahlen, keine Dinge.

Wer sich darin bewegt, verliert leicht das Gefühl dafür, dass Geld eigentlich ein Maß für reale Güter ist:

  • Brot
  • Miete
  • Energie
  • Lebensmittel
  • Arbeitszeit

Die Abstraktion verdrängt die konkrete Lebenswelt.

Was verdient ein Rentner, ein Handwerker.

Menschen, die in Vermögens- oder Investmentwelten leben, bewegen sich oft in Kreisen, in denen:

Preise keine Rolle spielen,

Konsum automatisiert ist,

Alltagssorgen anderer unsichtbar werden

Das ist keine böse Absicht – es ist ein sozialer Tunnelblick.

Sie leben in einer Welt digitaler Beschleunigung

Krypto, Trading, Online‑Finanzen erzeugen eine Welt, in der:

  • Werte sich sekündlich ändern
  • Gewinne/Verluste abstrakt sind
  • „Realität“ nur noch Zahlen auf einem Bildschirm sind

Das verstärkt die Entkopplung.

Dyskalkulie bedeutet: Schwierigkeiten, Mengen, Zahlen und Rechenoperationen zu verstehen.

Das Phänomen der scheinbaren Dyskalkulie ist eher das Gegenteil: Diese Menschen rechnen zu viel – aber auf einer Ebene, die den Alltag überlagert.

Es ist also keine Rechenschwäche, sondern eine Realitätsentfremdung durch Zahlenüberfluss.

Es ist ein fehlendes Verständnis für die Lebenshaltungskosten anderer

Politische und wirtschaftliche Entscheidungen ohne Bodenhaftung, mal da 90 Milliarden, da 7, egal wie und wohin, alles spielt keine Rolle, es kostet ja keinen eigenen spürbaren Verlust..

Mit Zahlen wird jongliert ohne jegliche Bodenhaftung.

Entwertung von Arbeit und Alltagsgütern

Verlust von Empathie für Menschen mit wenig Geld

Es entsteht eine Art ökonomische Parallelwelt.

Die Frage ist, wie kommt man aus dieser wieder heraus.

  • Preise bewusst wahrnehmen
  • Selbst einkaufen, kochen, vergleichen
  • Gespräche mit Menschen führen, die anders leben
  • Sich fragen: Was bedeutet dieser Betrag in realen Gütern?
  • Abstrakte Gewinne in konkrete Werte übersetzen

Dazu kommen die wenigsten, die Einsicht kommt meistens zu spät. So, wie bei Walt Disneys Onkel Dagobert

Es ist eine Art „Rechenblase“, die den Kontakt zur Realität verzerrt, die erst durch einen Schock, Ende des Mandats, tiefen Fall oder Krankheit endet.

In eine andere Welt kann man nichts mitnehmen, nur das wasman im Leben Gutes oder Schlechtes gemacht hat, und dies ist nicht von Börsen abhängig.

Alle Bilder können gekauft werden. Erlöse werden für soziale Projekte verwendet werden.

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