Die Sprache der Gesichter

Die Sprache der Gesichter ist keine Sprache, die man lernen kann, so wie Vokabeln.

Sie ist älter, unmittelbarer, körpernäher.

Ein Apphabet ohne Buchstaben.

Es ist ein Feld, in dem Ausdruck, Identität und Beziehung nicht erklärt, sondern gelesen werden.

Gesichter sprechen, bevor ein Wort fällt.

Sie formen ein Alphabet aus Linien, Falten, Blickrichtungen, Schatten.

Ein Alphabet, das nicht geschrieben, sondern getragen wird.

Ein Gesicht ist immer Beziehung.

Es existiert nicht für sich, sondern im Blick des Anderen.

Die Sprache der Gesichter ist die Kunst, diese Beziehung sichtbar zu machen.

Jedes Gesicht trägt Spuren: Freude, Müdigkeit, Widerstand, Verletzlichkeit, Hoffnung. Nicht als Pathos, sondern als feine Sedimente der Jahre.

In einer Welt der Filter und Masken ist das unverstellte Gesicht ein Akt der Wahrheit.

Die Sprache der Gesichter ist die Weigerung, sich zu glätten.

Gesichter sagen, was Worte nicht fassen: Zögern, Sehnsucht, Verbundenheit, Fremdheit. Sie sprechen in Zwischenräumen.

Gesichter sind wie ein Spiegel, der nicht zurückwirft, sondern öffnet.

Viele Tiere kommunizieren über die Sprache des Gesichts.

Menschen sind wie in einem Fluß, einem großen Strom, treiben durch das Leben, vom Schicksal gelenkt..

In die Welt gesetzt und irgendwo hin geschwommen, getragen vom Wasser, dem Licht und dem Wind des Schicksals.

Tanz, Berührung, Blick, Klang. Alles ist Bewegung, alles ist Beziehung.

Menschen sprechen auch ohne Worte: durch Haltung, Farbe, Nähe, durch Gestik , wie bei der Sprache taubstummer Menschen, oder

dem Fühlen der Sprache bei blinden Menschen.

Ein Plädoyer für nonverbale Verbindung

Bevor wir sprechen, erzählen wir schon.

Mit den Händen, den Augen, mit Farbe.

Unsere Körper kennen Wege, die Worte erst später finden.

Der fragende, der vorwurfsvolle, der traurige oder fröhlich Blick.

All das atmet das was zwischen uns geschieht, wenn wir einfach nur da sind.

Wir können in den meisten Kulruren Gefühle nicht vollständig unterdrücken.

Da spielen die nervösen oder ruhigen Hände eine Rolle, oder

die plötzlich aufkommende Rötung am Hals oder im Gesicht, das Ausweichen eines Blicks.

Es gibt eine Sprache, die eben keine Wörter kennt.

Sie entsteht im Zwischenraum, dort,

wo ein Blick länger bleibt, kritisch, flirtend, abweisend, einladend, zu zwinckernd, abweisend.

Dort, wo die Bewegung zögert, aber die Farbe zu Atem wird.

In Ihr erzählt der Körper was der Mund nicht sagen kann, darf oder will.

Eine Nähe ohne Anspruch, Berührung ohne Besitz, ein Hören das tiefer reicht als jedes gesprochene Wort.

Oft bemerken wir es nicht, weil wir uns zu gerne ablenken lassen.

Die Bilder sind verkäuflich. Der Erlös wird für soziale Projekte verwendet werden.

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