Ein Blick in den eigenen Hippocampus

Ein Blick in den eigenen Hippocampus –ein Abstieg in das Gewölbe, in dem Erinnerungen nicht nur gespeichert sind, sondern weiteratmen.

Der Hippocampus ist ja kein Archiv, sondern eher wie ein Flussdelta:

Ströme von Eindrücken, die sich verzweigen, versickern, wieder auftauchen, manchmal als klare Kontur, manchmal als farbiger Nebel.

Man kann diesen Ort schwer kartieren, auch nicht die Erinnerung selbst, sondern nur ihre Bewegungen, ihre Verwerfungen, ihre kleinen Funken.

Ein Blick in den eigenen Hippocampus könnte so etwas sein wie:

  • ein Wiedererkennen ohne Gewissheit
  • ein Aufleuchten von etwas, das nie ganz Form annimmt
  • ein inneres Gesicht, das man nur im Augenwinkel sieht
  • ein Herzsymbol, das plötzlich aus dem Chaos auftaucht
  • ein Fragment, das sich weigert, endgültig zu werden
  • das, was man mit den Augen nicht sehen kann
  • Konturen, die sich erst im Rückblick schärfen.

Vielleicht ist der Hippocampus wie ein Labyrinth aus Farben und Linien, in dem die Vergangenheit nicht ruht, sondern tanzt.

Ein Ort, an dem das „Dahinter“ nicht verborgen ist, sondern ständig an die Oberfläche drängt – als Figur, als Muster, als Resonanz.

Jedes Mal, wenn wir etwas lernen, wird unser neuronales Netz größer und dichter.

Es ist er Arbeitsspeicher unseres Gehirns und die Schaltstelle zwischen dem Kurz- und dem Langzeitgedächtnis.

Der Hippocampus ist einer der wenigen Bereiche im Gehirn, in dem ein Leben lang neue Nervenzellen gebildet werden können.

Und, wir wissen zumeist gar nichts über ihn.

Das Bild kann erworben werden. Der Erlös wird für Sozialprojekte verwendet.

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