Aufregung um Nichts

Aufregung ist wie ein Sturm im Kopf, der alles durcheinander wirbelt.

Wenn der Puls schneller wird, Röte ins Gesicht steigt, oder auch Blässe, Aufregung.

Manche lassen sch von einem Adrenalinstoss in eine andere Welt, in eine nicht immer kontrollierbare, katapultieren.

Präsenz und Entrückung.

Es wirkt wie der Moment, in dem der Körper schneller versteht als der Kopf, dass etwas Bedeutendes passiert.

Aufregung ist ein innerer Wetterumschwung.

Ein Druckabfall, der sich nicht ankündigt, ein Windstoß, der die Ordnung der Gedanken zerzaust.

Der Körper wird zum ersten Zeugen: feuchte Hände wie Tau auf einer Wiese,

ein Puls, der an die Tür klopft, als wolle er hinaus in die Welt.

Manchmal steigt Hitze auf, manchmal entzieht sich die Farbe — beides Signale, dass etwas in uns aufbricht.

Wie ein Riss im Alltag, durch den man in eine andere Wirklichkeit fällt.

Eine, die heller ist, lauter, unberechenbarer.

Eine, die uns zeigt, wie dünn die Grenze ist zwischen Kontrolle und Hingabe.

Aufregung kann auch schön sein, dann, wenn etwas aufregend ist, die Gefühle betreffend, die Liebe,

oder ein spannendes Abenteuer.

Das Problem ist nur dass in einer Welt digitaler Reizüberflutung, Stress, Not,

die Menschen dünnhäutiger werden, sich wegen irgendetwas aufregen, ärgern.

Wir haben verlernt ” über den Dingen” zu stehen.

Wir regen uns wegen den geringsten Kleinigkeiten auf und machen aus Petitessen Grandessen.

Oft bedeutet dies viel Aufregung um Nichts.

Manchmal genügt ein Funke — ein Blick, ein Geräusch, ein Kommentar — und schon kippt die Balance.

Wir sind so sehr damit beschäftigt, alles zu kontrollieren, dass wir vergessen haben, wie man loslässt.

So sehr damit beschäftigt, uns zu behaupten, dass wir verlernt haben, uns zu öffnen.

Vielleicht liegt das eigentliche Problem nicht in der Welt, die lauter geworden ist, sondern darin, dass wir aufgehört haben, unsere eigene Stille zu pflegen.

Wir haben die Fähigkeit verloren, Distanz zu halten, ohne uns zu entziehen,

gelassen zu bleiben, ohne gleichgültig zu werden.

Vieles ist keine Aufregung wert.

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