
Das Staccato („getrennt“, von italienisch staccare „abtrennen“) ist eigentlich eine musikalische Artikulationsform, bei der aufeinanderfolgende Töne klar voneinander getrennt werden, kürzer gespielt, als es ihr Notenwert eigentlich vorgibt, manchmal abgehackt klingt.
Staccato ist im Grunde die Kunst, Visuelles und Akkustisches wie den Klang in kleine, klar umrissene Einheiten zu zerlegen – fast so, als würde man musikalische Punkte in die Luft setzen.
Die Kürze der Töne erzeugt Spannung, Leichtigkeit oder auch ein spielerisches Abhacken, je nachdem, wie stark das Staccato ausgeprägt ist, so auch eine Bildfolge.
In der Klassik kann es federnd, tänzerisch oder scharf klingen.
In der Filmmusik erzeugt Staccato oft Nervosität oder Bewegung.
Auf der Geige wirkt Staccato ganz anders als auf dem Klavier, weil der Klang physisch „abgerissen“ wird.
Es ist nicht etwa Legato, Portato oder Tenuto, sondern eine andere und besondere Form des Getrennten.
In den Visual Arts macht es die Komposition aus, und auch die Wahl der Farben, die Intensität.
Doch Staccato ist mehr als Musik.
Es ist eine Denkbewegung.
Gedanken schwirren durch den Kopf – im Traum, im Halbschlaf, beim Nachdenken.
Sie tauchen auf wie kurze Impulse, scheinbar ohne Zusammenhang,
und doch trägt jeder von ihnen eine unsichtbare Linie, die sie miteinander verbindet.
Ein inneres Staccato.
So wie der Klang in kleine, präzise Einheiten zerlegt wird, lassen sich auch visuelle Eindrücke, Erinnerungen oder Gefühle in einzelne Fragmente auflösen.
Punkte im Raum. Splitter von Bedeutung.
Eine Bildfolge, die nicht fließt, sondern springt, mit Kontrasten, Unterbrechungen, rhythmische Wiederholungen, durch das bewusste Setzen von Fragmenten, die erst im Blick des Betrachters zu einem Ganzen finden.
Und, ist nicht unser Leben wie ein andauerndes Staccato.
Die Radierung kann erworben werden.