
Visualisierte Erinnerungen.
Es sind die „Zwischen Räume“ des Lebens.
Zwischenwelten zwischen Architektur und Mensch.
Urbane Atmosphäre und verborgene Geschichten fragmentierter Präsenzen,
die einem erinnern, wie Städte Erinnerungen speichern:
nicht linear, sondern in Schichten.
Jeder Mensch hinterlässt Spuren, die sich überlagern, auslöschen, neu schreiben.
Man bewegt sich durch diese Palimpseste, ohne sie je vollständig zu erfassen.
Es ist die Retrospektive,
das Zurückschauen, was gut oder schlecht gelaufen ist.
Aber ausser vielleicht aus Fehlern zu lernen bringt das nicht viel.
Wissend, dass die Gegenwart in ihrem Sein schon bereits Geschichte ist,
scheint eine Vision von der Zukunft zu haben, sinnvoller.
Die Retrovision ist Art innerer Archäologie des eigenen Lebens.
Wenn man sie liest, entsteht das Gefühl, durch einen urbanen Raum zu gehen,
in dem Erinnerungen wie Lichtreflexe an Fassaden haften – flüchtig, fragmentiert, aber dennoch prägend.
Wenn alles, was wir erleben, sofort Vergangenheit wird,
dann ist die Zukunft der einzige Raum, in dem Gestaltung wirklich stattfindet.
Und doch bleibt sie unbestimmt.
Eine Vision kann nur vage sein, weil sie immer eine Projektion bleibt.
Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft: Nicht präzise zu sein, sondern Richtung zu geben.